Aktualisiert 24.05.2007 20:38

Schrille Töne gegen essende Jugendliche

Das Gericht in Liestal will Jugendliche mit schrillen Tönen von seiner Treppe vertreiben. Ein Augenschein zeigt: Ganz funktioniert das aber nicht.

Seit Ende letzter Woche ist am Eingang zum Kantonsgericht in Liestal ein Gerät namens Mosquito installiert. Dieses sendet hohe, schrille Töne aus, die für Jugendliche unangenehm sein sollen, von Erwachsenen aber nicht gehört werden können. Damit sollen mittags picknickende Teenager vertrieben werden. «Jeden Nachmittag müssen wir Abfälle wegräumen, und wer ins Gericht will, muss sich durch die Jugendlichen zwängen», erklärte Gerichtspräsident Peter Meier gestern in der «Basler Zeitung».

Mosquito zum Trotz tummelten sich auch gestern wieder essende Jugendliche auf den Stufen: «Wir lassen uns durch das Pfeifen nicht stören», meinte die 16-jährige Sarah Stebler. «Wenn uns jemand auffordern würde, zu gehen, würden wir das aber tun», betont die gleichaltrige Janine Buser.

Stadtpräsidentin Regula Gysin (FDP) wusste vom Problem. «Über den Kauf von Mosquito wurde ich jedoch nicht informiert», sagt sie. Auch vor dem Rathaus würden jeweils Jugendliche picknicken. «Wir gehen jedoch einen anderen Weg und suchen das Gespräch mit den Jugendlichen», sagt die sechsfache Mutter. In Genf sind vor 14 Tagen Hochfrequenzgeräte zur Abschreckung jugendlicher Vandalen verboten worden.

Sabine Knosala

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