Aktualisiert 08.03.2004 14:29

Schröder bleibt dabei: Keine Interviews mit «Bild»-Zeitung

Dies geschehe getreu dem Sprichwort, man müsse den Kakao, durch den man gezogen wird, nicht auch noch trinken, sagte sein Sprecher.

Bela Anda wies zugleich Vorwürfe zurück, «Bild»-Korrespondenten seien wegen ihrer Berichterstattung von Kanzlerreisen ausgeschlossen worden. «Niemand wird boykottiert», sagte Anda am Montag. Mehrere Medien hatten eine «Boykott-Politik» kritisiert und eine Änderung verlangt.

Am vergangener Freitag hatten die Chefredaktoren mehrerer Zeitungen Anda vorgeworfen, Mitarbeitern von «Bild» und «Stern» sei der Mitflug bei Reisen Schröders in die USA und die Türkei verweigert worden. Dies stelle «die Freiheit der Berichterstattung» in Frage.

Der Vorstand der Bundespressekonferenz als Zusammenschluss von 900 Journalisten forderte Anda auf, «zu der bewährten Praxis des freien Zugangs zu allen Informationsmöglichkeiten zurück zu kehren».

Anda sagte, am Einladungsverfahren für Kanzlerreisen sei nichts geändert worden und solle auch nichts geändert werden. Er sei aber bereit, mit der Bundespressekonferenz zu sprechen. Bisher seien Meinungsverschiedenheiten immer «mit Vernunft» ausgetragen worden.

Es gebe aber «keine Garantie auf Mitreise». Es müsse bei den Einladungen eine Ausgewogenheit geben. Vom Sommer 1999 bis Januar 2004 seien «Bild»-Vertreter bei mindestens 25 Kanzlerreisen an Bord gewesen. Kein anderes Medium habe häufiger mitreisen können.

(sda)

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