Schröder lässt sich nicht einschüchtern
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Schröder lässt sich nicht einschüchtern

Ungeachtet eines Raketenanschlags im Botschaftsviertel von Kabul will Bundeskanzler Gerhard Schröder am Montag nach Afghanistan reisen.

«Der Kanzler will an der Reise festhalten, wird auch daran festhalten», sagte Regierungssprecher Béla Anda am Freitag am Rande des ASEM-Gipfels in Hanoi. Die Sicherheitslage werde aber weiterhin «sehr genau» beobachtet.

Einen Tag vor der Präsidentenwahl in Afghanistan war am Freitagmorgen eine Rakete im Botschaftsviertel von Kabul eingeschlagen, in dem auch die deutsche Vertretung liegt. Bei dem Angriff wurde nach ersten Informationen niemand verletzt. Das Geschoss schlug nach Angaben eines Sprechers der internationalen Schutztruppe ISAF auf einem Parkplatz nahe des Zentrums ein, in dem sich Journalisten für die Wahl am Samstag akkreditieren können. Es richtete keinen Schaden an. Berichte über den Einschlag einer zweiten Rakete bestätigten sich nicht.

Schröder will zum Abschluss seiner einwöchigen Asien-Reise am kommenden Montag für wenige Stunden Afghanistan besuchen. In Kabul will er die Führung der internationalen Friedenstruppe ISAF, deutsche Soldaten und zivile Helfer sowie Präsident Hamid Karsai und den UN-Gesandten Jean Arnault treffen.

Anda wies darauf hin, dass in Afghanistan und Usbekistan insgesamt mehr als 2.000 deutsche ISAF-Soldaten sowie zivile Helfer stationiert sind. Deswegen habe Schröder «den Willen, dorthin zu reisen». Er wolle mit seinem Besuch zwei Tage nach der Wahl auch den Demokratisierungsprozess in Afghanistan unterstützen. Der Anschlag sei «offenkundig ein Versuch, die Wahlen im Vorfeld zu stören».

Anda sagte, dass bis kurz vor der Abreise Informationen zur Sicherheitslage eingeholt würden. Schröder nimmt am Freitag und Samstag am Asien-Europa-Treffen in Hanoi teil. Am Sonntag geht es weiter nach Pakistan und von dort aus nach Kabul. (dapd)

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