Projektunterricht - Schüler bauen Roboter-Arm und leben ohne Plastik
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ProjektunterrichtSchüler bauen Roboter-Arm und leben ohne Plastik

Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse präsentierten am Projektfestival «P9» die Ergebnisse ihrer Projektarbeit. Die Teilnahme soll ihnen auch bei der Lehrstellensuche helfen.

von
Carla Pfister

Darum gehts

  • Das Festival «Projekt 9» fand am 8. Juni zum ersten Mal statt.

  • Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse konnten ihre Projekte aus dem Projektunterricht präsentieren.

  • Zwei Schülerinnen und ein Schüler erzählen von ihren Projekten und wie sie das Festival erlebt haben.

Am 8. Juni fand die Premiere des Festivals «Projekt 9» (siehe Box) statt. Die Idee: Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse stellen ihre Projekte aus dem Projektunterricht einer grösseren Öffentlichkeit vor. Rund 350 Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler, Freunde und Bekannte verfolgten die virtuellen Projektpräsentationen.

Um am Festival teilzunehmen, mussten sie ihr Projekt zunächst in einem Video präsentieren. Die Jury des Vereins wählte darunter die spannendsten Projekte aus. Elf Projekte wurden am ersten Festival «Projekt 9» vorgestellt.

Drei Wochen ohne Plastik

Die Freundinnen Sarina (15) und Laila (16) aus dem Kanton Basel-Land teilen ein Interesse für umweltrelevante Themen: Ihr Projekt drehte sich um das Vermeiden von Plastikabfall. «Uns fiel auf, dass bei Coop und Migros sehr viele Produkte in Plastik eingepackt sind. Wir hatten uns also bereits vorher damit beschäftigt, wie man Plastik vermeiden kann», so Laila und Sarina. So entschlossen sie sich, einen Selbstversuch zu unternehmen und drei Wochen auf Plastik zu verzichten.

In dieser Zeit kauften sie in Unverpackt-Läden ein: «Wir mussten auf gewisse Produkte verzichten, die wir gewohnt waren, zu essen», sagt Sarina. Bei manchen Produkten seien sie sich über deren Verpackung zuerst gar nicht bewusst gewesen. «Zum Beispiel für die Milch: Wir hatten gar nicht daran gedacht, dass die ja auch in einem Tetrapack verkauft wird.» Schon bald hätten sie aber die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden. «In der dritten Woche ging es dann sehr gut. Brot selbst zu backen, war zum Beispiel eine tolle Alternative, um verpackungsfrei zu bleiben.»

«Wir hoffen, andere zu motivieren»

Bei Kleidern und Hygienemasken hätten sie eine Ausnahme machen müssen. Aber auch Kosmetikartikel kauften sie im Unverpackt-Laden. «Es gibt feste Seifen, Shampoos und auch Zahnpasta oder Body-Lotion im Glas», so die Freundinnen. Bei Kosmetikartikeln wollen sie auch weiterhin ohne Verpackung leben. Aber ihnen sei auch wichtig gewesen, andere zu inspirieren. «Wir haben uns mega gefreut, unser Projekt am Festival noch mehr Leuten präsentieren zu können. Wir hoffen, Leute dazu motivieren zu können, ebenfalls Alternativen zu Plastik zu finden.»

Auch Tim (16) und sein Projektpartner Marco (15) aus dem Kanton Luzern präsentierten ihr Projekt am Festival: «Wir wollten beide lieber etwas machen, bei dem wir am Schluss ein Produkt haben», sagt Tim. Marco und er hätten über ihre gemeinsame Faszination für Computer und das Programmieren zusammengefunden. «Wir arbeiteten bereits vor dem Projekt gerne mit dem 3D-Drucker und dem Computer. So hatten wir die Idee, dass wir unser Projekt mithilfe eines 3D-Druckers machen wollten.»

«3D-Drucker sind noch nicht ausgereift»

Sie hätten aber nicht einfach ein hübsches Figürchen machen wollen, sondern etwas mit Funktion, sagt Tim. «Zuerst dachten wir an ein Rennauto, aber schlussendlich fanden wir den Roboterarm spezieller.» Die Vorrichtung kann ein Bällchen greifen und dieses dann auf einer Rampe platzieren, sodass es auf dieser hinunterrollt. Sie hätten eine Vorlage aus dem Internet benutzt, um die Einzelteile auszudrucken. «3D-Drucker sind noch nicht ganz ausgereift. Wenn das Filament - also der Rohstoff für das Drucken - ausgeht, dann muss man nochmals von vorn anfangen. Komplikationen gibt es auch, wenn beispielsweise das Programm abstürzt.»

Öffentlichkeitsarbeit

Festival «Projekt 9»

Das Festival «Projekt 9» wird vom Verein Projekt 9 organisiert. Der Verein gründete sich 2018 mit dem Ziel, den Projektunterricht zu fördern, welcher in der Sekundarstufe I und II stattfindet. Das Festival ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des noch jungen Vereins. Jugendlichen wird so eine grössere Bühne geboten, um ihre Projekte zu präsentieren und so auch andere Schüler und Schülerinnen für den Projektunterricht zu motivieren.

Willst auch du nächstes Jahr dein Projekt vorführen? Auf der Webseite des Vereins «Projekt 9» erfährst du, wie das geht.

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