23.03.2017 13:14

Telefon statt E-Mail

Schüler bewerben sich oft falsch für Schnupperlehre

Um sich für eine Schnupperlehre zu bewerben, greifen Schüler meist zum Telefon. Gemäss einer Umfrage bevorzugen Firmen die Bewerbungen aber in anderer Form.

von
lin
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Um die passende Lehrstelle zu finden, absolvieren Schüler meist eine mehrtägige Schnupperlehre.

Um die passende Lehrstelle zu finden, absolvieren Schüler meist eine mehrtägige Schnupperlehre.

Mlenny
Vielleicht entscheiden sich einige der Schnupperlehrlinge anschliessend für einen der folgenden seltenen Lehrberufe. Ein angehender Seilbahn-Mechatroniker bei der Laucheralp-Bahn in Wiler bei Goppenstein. Der Beruf kann pro Jahr von rund 30 Jugendlichen erlernt werden.

Vielleicht entscheiden sich einige der Schnupperlehrlinge anschliessend für einen der folgenden seltenen Lehrberufe. Ein angehender Seilbahn-Mechatroniker bei der Laucheralp-Bahn in Wiler bei Goppenstein. Der Beruf kann pro Jahr von rund 30 Jugendlichen erlernt werden.

Keystone/Ennio Leanza
Auch Lehrstellen als Weintechnologe/in gibt es in der Schweiz nur wenige.

Auch Lehrstellen als Weintechnologe/in gibt es in der Schweiz nur wenige.

Gabriele Putzu

Zurzeit ist Schnuppersaison. Tausende Schüler erhalten jeweils im Frühling während einiger Tage bei einer Schnupperlehre Einblicke in die Arbeitswelt. Sie sind dabei auf der Suche nach ihrem Traumberuf oder zumindest nach der idealen Lehrstelle. Mindestens 13 Jahre alt muss sein, wer eine Schnupperlehre absolvieren will. Meist wird im zweitletzten obligatorischen Schuljahr geschnuppert.

Um einen Platz für eine Schnupperlehre zu erhalten, greifen die meisten Schüler zum Telefon. Gemäss einer Umfrage des Lehrstellenportals Yousty erklärten knapp 60 Prozent der Ausbildungsfirmen, dass die Schnupplehranfragen per Telefon eingehen. Die meisten der antwortenden Unternehmen bevorzugen aber einen anderen Weg der Kontaktaufnahme, nämlich via Online-Kanäle.

E-Mail bevorzugt

70 Prozent der Firmen gaben an, dass sie die Anfragen online wünschen. Am beliebtesten sind bei den Lehrbetrieben Bewerbungen per E-Mail. 46 Prozent der befragten Betriebe nannten diese Option. Anfragen per Telefon werden nur von rund 22 Prozent der Unternehmen bevorzugt. Laut Yousty gab es dabei keine Unterschiede zwischen grossen und kleinen Firmen. Bei alle lag E-Mail vorne.

«Lehrer und Eltern empfehlen oft aus eigener Erfahrung den Griff zum Hörer», sagt Urs Casty, CEO und Gründer von Yousty. Das sei bisher wohl auch der richtige Weg gewesen. Inzwischen sei der Online-Trend aber auch bei den Schnupperbewerbungen angekommen. Rund 200 Firmen haben laut Yousty im Februar an der anonymen Umfrage teilgenommen.

Wie umfangreich soll die Bewerbung sein?

Im Rahmen der Erhebung hat das Lehrstellenportal auch bei den Betrieben nachgefragt, welche Unterlagen sie bei Bewerbungen für Schnupperlehren wünschen. Gut die Hälfte gab dabei an, dass sie eine vollständige Bewerbung mit Lebenslauf, Motivationsschreiben und Zeugnissen bevorzugten. Knapp 30 Prozent der Firmen genügen hingegen nur kurze Angaben zur Person oder gar keine Unterlagen. Es empfiehlt sich also, beim Betrieb nachzufragen, wie umfassend das Dossier sein soll.

Egal, wie umfangreich die Bewerbung ist, folgende Informationen sind für die Firmen gemäss Umfrage besonders wichtig: Bewerber für die Schnupperlehre sollen ein konkretes Datum nennen und Alter sowie Schulstufe angeben.

Feldschlösschen bildet Kutscher aus

Der 15-jährige David Gilligan macht eine Lehre als Pferdefachmann, Fachrichtung Gespannfahren. 20 Minuten hat ihn an seinem Arbeitsplatz besucht.

Die seltene Lehre von David Gilligan. (Video: S. Last)

Online-Portale für Lehrstellen

Yousty und Gateway sind die beiden grössten privaten Lehrstellenportale der Schweiz. Die öffentliche Hand unterhält mit berufsberatung.ch ebenfalls eine Plattform für Lehrstellen. Auf allen drei Websites gibt es neben offenen Lehrstellen auch Informationen zu Lehre und Schnupperlehre.

Bewerbungstrainings von Pro Juventute

Pro Juventute führte im vergangenen Jahr in vier Kantonen Bewerbungstrainings für Schüler durch. Dieses Angebot soll nun auf alle Deutschschweizer Kantone ausgeweitet werden. 2018 (Romandie) und 2019 (Tessin) will die Stiftung das Projekt auch in der lateinische Schweiz lancieren. Bei den Trainings wird mit Fachleuten aus der Wirtschaft zusammengearbeitet. Sie geben etwa Rückmeldungen zu den Bewerbungsunterlagen oder Tipps für das Bewerbungsgespräch.

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