Aktualisiert 25.05.2010 14:25

Gut gezielt

Schüler bewirft Sarkozy mit Flasche

Während Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy in einer Schule gegen notorische Schulschwänzer wetterte und diese als «Krebsgeschwür» bezeichnete, flog ihm nicht nur Sympathie entgegen.

Bei einem Gespräch zum Thema Gewalt an Schulen hat Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy um Haaresbreite eine Flasche an den Kopf bekommen. Ein Leibwächter fing die Plastikflasche ab, die ein Schüler auf den Präsidenten warf.

Dies berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Sarkozy kündigte bei dem Besuch in Beauvais nördlich von Paris an, die Schulbehörden würden notfalls «zu Rechtsmitteln greifen», um gegen notorische Schulschwänzer durchzugreifen.

Zum Schulanfang im September würden ein knappes Dutzend Internate eingerichtet, in denen die verhaltensauffälligsten Schüler im Alter von 13 bis 16 «wiedereingegliedert» werden sollen.

Der gesamte Staatsapparat müsse gegen «dieses Krebsgeschwür» des Fernbleibens vom Unterricht kämpfen, sagte der konservative Präsident. Das Problem des Schulschwänzens und der Gewalt betreffe aber nur «eine Minderheit».

Familie in der Pflicht

Der Präsident hatte unlängst angekündigt, dass Familien das Kindergeld gestrichen werden solle, wenn ein Schüler länger als viereinhalb Tage unentschuldigt dem Unterricht fernbleibe.

Seit Jahresbeginn sorgten in Frankreich etliche Gewalttaten an weiterführenden Schulen für Aufsehen. Ende März prügelte eine 15- jährige Schülerin einen Lehrer mit einer Eisenstange spitalreif.

Im Februar waren sechs vermummte Angreifer in eine Schule eingedrungen und hatten einen Jugendlichen im Sportunterricht mit Baseballschlägern und einem Teppichmesser verletzt.

Zwei Wochen zuvor waren sieben Unbekannte in eine Schule eingedrungen und hatten einen 14-Jährigen zusammengeschlagen und mit einem Messer verletzt. Im Januar erstach ein Schüler einen Mitschüler.

(sda)

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