30.10.2020 05:01

Corona-Infektion an Berufsschule«Schüler haben einander auf Whatsapp über Ansteckung benachrichtigt»

In einer Klasse der Basler Berufsfachschule wurden mehrere Auszubildende und eine Lehrperson positiv getestet. Und dann passierte nichts. Pikant: Die Lernenden arbeiten alle in Kindertagesstätten.

von
Lukas Hausendorf
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An der Berufsfachschule Kohlenberg in Basel kam es innerhalb einer Klasse zu mehreren Ansteckungen mit dem Coronavirus.

An der Berufsfachschule Kohlenberg in Basel kam es innerhalb einer Klasse zu mehreren Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Erziehungsdepartement BS
Insgesamt wurden fünf Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrperson positiv getestet. Die betroffenen Schüler hätten sich gegenseitig über Whatsapp über die Infektion informiert.

Insgesamt wurden fünf Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrperson positiv getestet. Die betroffenen Schüler hätten sich gegenseitig über Whatsapp über die Infektion informiert.

KEYSTONE
Vom Contact-Tracing des Kantons sei aber niemand in der Klasse benachrichtigt worden. Auch seitens der Schule habe keine Information stattgefunden, kritisiert eine Person aus dem persönlichen Umfeld eines Betroffenen.

Vom Contact-Tracing des Kantons sei aber niemand in der Klasse benachrichtigt worden. Auch seitens der Schule habe keine Information stattgefunden, kritisiert eine Person aus dem persönlichen Umfeld eines Betroffenen.

KEYSTONE

«Man kann doch nicht einfach die Verantwortung an die Schüler delegieren», regt sich N.* auf. In einer Klasse der Basler Berufsfachschule wurden fünf Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrperson positiv auf Covid-19 getestet. Und das noch bevor das Maskenobligatorium an der Schule gegolten hat, das per 23. Oktober wirksam wurde.

Die betroffene Klasse besteht aus angehenden Betreuungsfachpersonen, die in Kidertagesstätten arbeiten, und wurde nicht in Quarantäne geschickt. «Weder seitens der Schule noch vom Contact-Tracing des Kantons erfolgte irgendeine Meldung», erzählt N., deren Freund die betroffene Klasse besucht. «Die Schüler haben sich untereinander informiert und sich ihre Corona-Testergebnisse über Whatsapp geschickt.»

Die Schule hat allerdings einen Leitfaden für den Fall eines positiven Testresultats. Demnach sind Schüler angewiesen, die Infektion der Klassenlehrperson zu melden und auch eine Liste mit Risikokontakten an der Schule abzugeben. «Die Klassenlehrperson leitet die Information dann an die Schulleitung weiter, die über allfällige Sofortmassnahmen entscheidet, bis das Contact-Tracing greift», heisst es im Merkblatt.

Das hat im vorliegenden Fall offenbar nicht funktioniert.

Schüler steckten sich vermutlich beim Mittagessen an

Der geschilderte Sachverhalt war dem Basler Gesundheitsdepartement bis zur Anfrage von 20 Minuten nicht bekannt. Aufgrund des Hinweises sei man dem Fall aber nachgegangen und habe mit der Schule Kontakt aufgenommen. «Es hat sich mittlerweile gezeigt, dass unter den positiv getesteten Auszubildenden einige sind, die ausserkantonal wohnhaft sind», erkärt Mediensprecherin Anne Tschudin. «Vermutlich haben sich diese beim Mittagessen angesteckt.» Bei der Lehrperson sei indes fraglich, ob ein Zusammenhang bestehe.

Die betroffene Klassse wird nun unter Quarantäne gestellt. Diese werde sicher bis Montag dauern, aufgrund der Herleitung, wann die letzten Kontakte stattgefunden haben, so Tschudin weiter.

Schulen und Kitas sind verpflichtet, dem Gesundheitsdepartement positive Fälle zu melden. «Wir erhalten täglich viele Meldungen von Schulen und Kitas. Bis am 28. Oktober wurden bei den Mittel- und Berufsschulen in Basel, die von rund 9000 Schülerinnen und Schülern besucht werden, 43 positive Fälle gemeldet, und 208 Jugendliche befanden sich in Quarantäne. Kantonsweit waren von allen rund 26’500 Schülerinnen und Schülern 55 mit Covid-19 infiziert und 357 in Quarantäne.

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