Aktualisiert 05.06.2020 13:20

Lehrstellensuche

Schüler können trotz Corona wieder schnuppern

Überall, wo wieder gearbeitet wird, können Schüler nun für Lehrstellen schnuppern. Trotzdem werde es zu Lehrlingsmangel kommen, sagt ein Gastro-Vertreter.

von
Pascal Michel
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Die Corona-Krise sorgt bei der Lehrstellensuche für Verwerfungen.

Die Corona-Krise sorgt bei der Lehrstellensuche für Verwerfungen.

Keystone
Da etwa die Gastro-Betriebe durch den Lockdown bisher geschlossen waren, konnten auch keine Schnupperlehren durchgeführt werden.

Da etwa die Gastro-Betriebe durch den Lockdown bisher geschlossen waren, konnten auch keine Schnupperlehren durchgeführt werden.

Keystone
Nun bestätigt der Bund, dass überall, wo nun wieder gearbeitet wird, auch Schnupperlehren stattfinden dürfen. Also etwa bei Coiffeurbetrieben und ab 11. Mai auch in der Gastro und im Detailhandel. Es gelten jedoch Schutzkonzepte.

Nun bestätigt der Bund, dass überall, wo nun wieder gearbeitet wird, auch Schnupperlehren stattfinden dürfen. Also etwa bei Coiffeurbetrieben und ab 11. Mai auch in der Gastro und im Detailhandel. Es gelten jedoch Schutzkonzepte.

KEYSTONE

  • Bisher waren Schnupperlehren wegen Corona vielerorts nicht möglich
  • Das ändert sich nun mit der Lockerung des Lockdown
  • Betriebe müssen jedoch auch für Schnupperlehrlinge ein Schutzkonzept haben
  • Die Gastrobranche fürchtet trotzdem einen Lehrlingsmangel im Sommer
  • Der Bund prüft nun eine Verschiebung des Lehrbeginns

Die Corona-Krise behindert Tausende Jugendliche bei der Lehrstellensuche. Denn wer sich im Sommer 2020 für eine Lehrstelle bewerben will, sollte idealerweise in seinem Wunschbetrieb schnuppern könnendoch aufgrund des Lockdown war das bisher unmöglich. So hiess es am Dienstag auf der Plattform Berufsberatung.ch noch: «Schnupperlehren sind derzeit nicht möglich, weil wir alle zu Hause bleiben sollten.»

Schnupperlehre nur mit Schutzkonzept

Jetzt gibt es für jene, die noch eine Lehrstelle suchen, Hoffnung. Denn die Situation hat sich mittlerweile geändert. «Schnupperlehren sind möglich, sofern die vom Bund erlassenen Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung eingehalten werden. In gewissen Branchen kann es noch weitere Einschränkungen geben», heisst es auf der Plattform nun seit Mittwoch.

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten, dass Schnuppern für die Lehrstellensuche im Sommer trotz Corona möglich ist: «Schnupperlehren können grundsätzlich immer dann durchgeführt werden, wenn in den Betrieben gearbeitet wird» sagt Sprecherin Tiziana Fantini. «Es gelten die gleichen Schutzkonzepte wie für alle anderen Arbeitnehmenden.»

Überall, wo gearbeitet wird, kann geschnuppert werden

Das heisst: Nach Coiffeuren oder Fitnesstudios sind mit der Öffnung der Gastrobetriebe und Läden am 11. Mai auch in diesen Berufen für Schulabgänger wieder Schnuppertage möglich.

Das dürfte viele Betriebe freuen: Denn für die Rekrutierung von Lernenden ist es oft zwingend, dass der zukünftige Lernende einige Schnuppertage absolviert, bevor es zur Anstellung kommt. Und viele Betriebe suchen für diesen Sommer noch Lernende: Auf der Plattform Lena sind noch über 22’000 Lehrstellen offen. Sogar im beliebten KV gibt es noch über 1300 freie Stellen.

Doch die Neuigkeit des Bundes ist noch nicht überall angekommen. So schreibt etwa Grün Stadt Zürich: «Aufgrund der aktuellen Corona-Situation können wir zurzeit leider keine Schnupperanfragen entgegennehmen.»

Auch beim Verbund Login Berufsbildung, der 2100 Lernende für die ÖV-Branche ausbildet, heisst es auf der Website, es seien derzeit nur «virtuelle Schnupperlehren» für Lehrbeginn 2020 möglich. Dasselbe Bild zeigt sich bei diversen Betrieben, die Lehrstellen anbieten. Dabei appelliert jetzt etwa der Kanton St. Gallen: «Lehrbetriebe sollen, wenn immer machbar, Schnuppertage anbieten.»

Erste Firmen reagieren

Login Berufsbildung reagiert nun. «Sofern wir die Sicherheitsvorgaben einhalten können und wieder normal gearbeitet wird, werden wir ab Mitte Mai sukzessive wieder Schnupperlehren vor Ort durchführen», sagt Sprecherin Bettina Huber auf Anfrage.

Es sei aber eine Herausforderung für die Planung, solange die maximale Personenzahl pro Gruppe durch das BAG vorgegeben sei. Denn: «Kommt ein Schnupperlernender hinzu, muss ein Festangestellter abgezogen werden, was den Arbeitsalltag beeinträchtigt.» Derzeit erarbeite man ein Schutzkonzept. «Wir werden nur Schnupperlehren vor Ort anbieten, wo diese Sicherheitsvorschriften auch tatsächlich eingehalten werden können.» Überall sonst setze man weiterhin auf virtuelle Schnupperlehren per Videogespräch.

«Betriebe erhalten aktuell wenig bis keine Bewerbungen»

In der Gastrobranche, die unter der Corona-Krise besonders leidet, ist die Freude darüber, dass Jugendliche bald wieder in die Berufe Köchin oder Restaurantfachmann reinschnuppern können, verhalten positiv. Max Züst, Direktor von Hotel & Gastro Formation Schweiz, befürchtet im Sommer trotzdem einen Lehrlingsmangel.

«Die Ausgangslage ist und bleibt unsicher. Viele Betriebe haben erhebliche wirtschaftliche Probleme. Einige werden schliessen müssen. Lehrverträge werden äusserst zurückhaltend abgeschlossen», sagt er zu 20 Minuten. Daraus folge mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Einbruch neu beginnender Lernender in diesem Jahr. Auf der Stellenbörse Berufehotelgastro.ch sind derzeit noch 1570 Lehrstellen offen.

Hinzu kommen laut Züst Unsicherheiten bei den Eltern. «Betriebe würden gerne anstellen, erhalten aktuell wenig bis keine Bewerbungen.» Er hofft, dass es bald eine national einheitliche Lösung gibt, um den Lehrbeginn 2020 so gut wie möglich sicherzustellen.

Derzeit arbeitet eine Projektgruppe des Bunds und der Arbeitswelt daran. Eine Idee: Den Ausbildungsbeginn im August 2020 nach hinten zu verschieben und verspätete Lehreintritte ermöglichen. Die Gastrobranche selbst hat beim Bund ein Konzept eingereicht, wonach Köche das 1. Lehrjahr schulisch organisiert mit integrierten praktischen Teilen absolvieren könnten. «Um Lehrbetriebe zu entlasten.»

Bund will regulären Lehrbeginn ermöglichen

«Es herrscht Unsicherheit, und das ist im Moment Gift für die Branche und den Rekrutierungsprozess», sagt Züst. Je länger diese Unsicherheit dauere, desto schwieriger werde es, die interessierten Jugendlichen bei der Stange zu halten. «Wir müssen ihnen Perspektiven bieten können.»

Tiziana Fantini vom SBFI verspricht: «Die derzeitige Lage erschwert den regulären Ablauf des Berufswahlprozesses. Gemeinsam mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt setzt der Bund alles daran, dass im Hinblick auf das Lehrjahr 2020/2021 Lernende im bisherigen Umfang eine Lehrstelle finden und von den Unternehmen rekrutiert werden.»

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70 Kommentare
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Bitte nicht liegen bleiben.

06.05.2020, 14:33

DIE SPORTHALLE ist wieder offen, für Sport oder auch sonstige An-Liegen.

Verstörter Leser

02.05.2020, 06:39

Der Artikel als solches ist ja gut. Jedoch das Geschreibsel mit den unerklärlichen Leerstellen in den Worten? Also ich frage mich, welcher Banause das geschrieben, oder welches dämliche Wörterbuch das Geschreibsel überwacht hat!

sari

02.05.2020, 02:06

aaaalles funktioniert nuur nicht dass die Lehrabsolventen die Prufung machen es würde gestaffelt funktieren!! nein lieber ein Diplom schenken und die die sagen ohhh wir haben für diese Prüfungen gelerbt ja genauu das ist der punkt es ist etwas anderes immer eine klekne Prüfung zu schreiben als nach 3 jahren alles wissen zu müssen!! suuper personal bekommen wir 2020 das ist ja gemeingefährlich!!