«Bring your own device»: Schüler müssen neue teure Laptops kaufen
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«Bring your own device»Schüler müssen neue teure Laptops kaufen

Das Basler Erziehungsdepartement fordert von Schülern, nach den Sommerferien mit hochwertigen Laptops anzutraben. Gegen den ambitionierten Plan regt sich Widerstand.

von
Oliver Braams
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Nach den Sommerferien müssen Gymnasiasten aus Basel eigene Laptops für den Schulunterricht haben. «Bring your own device» (BYOD) heisst das Konzept, das an Basler Gymnasien bereits ab dem Schuljahr 2020/21 umgesetzt werden soll.

Nach den Sommerferien müssen Gymnasiasten aus Basel eigene Laptops für den Schulunterricht haben. «Bring your own device» (BYOD) heisst das Konzept, das an Basler Gymnasien bereits ab dem Schuljahr 2020/21 umgesetzt werden soll.

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Die vom Erziehungsdepartement Basel-Stadt gestellten Anforderungen an die Geräte sind aber hoch und der Zeitplan eng bemessen.

Die vom Erziehungsdepartement Basel-Stadt gestellten Anforderungen an die Geräte sind aber hoch und der Zeitplan eng bemessen.

Kanton Basel-Stadt/Juri Weiss
Ihr sei schon klar, dass man nicht mit einem Computer aus den 1990er-Jahren kommen könne, sagt SP-Grossrätin Sarah Wyss zur BaZ: «Aber die aktuellen Anforderungen sind zu hoch für ein BYOD-System.» Deshalb hat sie eine Interpellation eingereicht, die eine Überarbeitung des Konzepts fordert.

Ihr sei schon klar, dass man nicht mit einem Computer aus den 1990er-Jahren kommen könne, sagt SP-Grossrätin Sarah Wyss zur BaZ: «Aber die aktuellen Anforderungen sind zu hoch für ein BYOD-System.» Deshalb hat sie eine Interpellation eingereicht, die eine Überarbeitung des Konzepts fordert.

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Darum gehts

  • Ab dem neuen Schuljahr müssen Gymnasiasten mit eigenen Laptops antraben.
  • Laut Basler Politikerinnen sind die Anforderungen an die Geräte aber zu hoch.
  • «Bring your own device» sei demnach irreführend.
  • Eine Interpellation fordert nun die Überarbeitung des Konzepts.

Nach den Sommerferien müssen Gymnasiasten aus Basel eigene Laptops für den Schulunterricht haben. «Bring your own device» (BYOD) heisst das Konzept, das an Basler Gymnasien bereits ab dem Schuljahr 2020/21 umgesetzt werden soll. Die vom Erziehungsdepartement Basel-Stadt gestellten Anforderungen an die Geräte sind aber hoch und der Zeitplan eng bemessen. Wie die Basler Zeitung berichtet, verlangen nun zwei Grossrätinnen, das Konzept noch einmal zu überdenken.

Ihr sei schon klar, dass man nicht mit einem Computer aus den 1990er-Jahren kommen könne, sagt SP-Grossrätin Sarah Wyss zur BaZ: «Aber die aktuellen Anforderungen sind zu hoch für ein BYOD-System.» Unter anderem müssen die Laptops über das neuste Windows-Betriebssystem und hohen Speicherplatz verfügen. Ausserdem sind ein Touchscreen von mindestens 12 Zoll und mit einer Stift- und Fingererkennung erforderlich und die Akku-Laufzeit muss über mindestens sechs Stunden gewährleistet sein.

«Bring your own device» irreführend?

Sarah Wyss und Sandra Bothe von der GLP haben nun eine Motion eingereicht, in der sie das BYOD-System als «irreführend» bezeichnen. Denn: Wie Pilotversuche an zwei Baselstädtischen Gymnasien zeigten, verfügten 50 beziehungsweise 70 Prozent der Schüler zwar bereits über einen eigenen Laptop. Viele dieser Geräte würden aber den Anforderungen des Erziehungsdepartements nicht entsprechen, wie der Regierungsrat auf einen bereits vor zwei Monaten eingereichten Vorstoss von Wyss antwortete. Wyss: «Das Mitbringen des eigenen Geräts ist in Basel-Stadt eben nicht möglich.»

Ursprünglich sei geplant gewesen, nach den Pilotversuchen im vergangenen Schuljahr im kommenden Sommer auf Sek-II-Stufe mit BYOD zu beginnen. Gemäss dem Basler Regierungsrat habe das Homeschooling während der Corona-Krise die Einführung aber beschleunigt. Wyss kritisiert also nicht nur die hohen technischen Bedingungen, sondern auch diese Tempoverschärfung: «Ich kenne Schüler, die sich gerade einen Mac gekauft haben. Und plötzlich kommt die Aufforderung, sich ein anderes teures Gerät anzuschaffen», so die SP-Grossrätin zur BaZ.

Entweder tatsächliches BYOD oder die Schulen besorgen die Geräte selbst

Das Projekt an sich wolle sie aber nicht stoppen, sagt Wyss. Zusammen mit Bothe verlangt sie aber, dass das BYOD-Konzept noch einmal überarbeitet wird. Dabei fordern sie entweder ein tatsächliches BYOD-Konzept, bei dem die Schüler eigene Laptops verwenden können, während die Schule dafür sorgt, dass diese mit Programmen oder Tablets auf den geforderten Stand gebracht werden können.

«Und in diesem Zusammenhang sollen auch einige der Anforderungen überdacht werden», so Wyss. So zum Beispiel die Notwendigkeit des Touchscreens und die Prozessorvorgaben. Auch wollen die beiden Politikerinnen den Schülern ermöglichen, mit alternativen Betriebssysteme zu arbeiten.

«Oder aber die Schulen beschaffen die Geräte, die sie verlangen, selbst und geben sie den Familien zu einem für sie erschwinglichen Preis ab», sagt Wyss. Auch eine Miete der Geräte könne sie sich vorstellen. So könne man die Kosten dem Einkommen der Eltern anpassen.

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