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Nebraska, USA Schüler posieren fürs Jahrbuch mit Waffen

Für ihr Jahrbuch können Schüler im US-Bundesstaat Nebraska neuerdings mit Waffen posieren. Im Mittleren Westen sei dies ja auch gang und gäbe, sagt der Schulleiter.

von
cfr

Schuss vor den Bug für die Kritiker der Waffenkultur in den USA: Anstatt mit Posaune oder einem Fussball dürfen Schüler der Abschlussklasse in Broken Bow, Nebraska, jetzt auch mit Waffen posieren - Hauptsache sie halten sich an die Kleidervorschriften. Das Foto muss gemäss der Schulrichtlinien «geschmackvoll und angemessen» sein.

«Fussballspieler bringen Fussbälle, Softballspieler ihre Schlagstöcke, Tänzer tragen Tutus und Jäger eben Gewehre», sagt der Fotograph Brian Baer zur neuen Regelung. Die Schüler würden die Waffen normalerweise über die Schulter schwingen, aber nie auf die Kamera richten - das sei schliesslich unangenehm für den Betrachter. Wenig typisch für die in den USA typischen Jahrbuchfotos: Die Bilder dürfen fortan nicht auf dem Schulgelände aufgenommen werden, da Waffen auf dem Schulgelände verboten sind, schreibt «ABC News».

Landesweit machen sich Menschen jetzt Sorgen

«Wir sind eine sehr ländliche Gemeinde im Zentrum von Nebraska, wo Jagen und Schiesssport sehr beliebt ist», sagt Schulleiter Mark Sievering. Viele Schüler seien begnadete Hobby-Jäger, und deshalb sei es legitim, derlei Fotos zuzulassen.

Seit Einführung der neuen Regelung an der Broken-Bow-Highschool haben besorgte Menschen und Waffenkritiker aus dem ganzen Land den Schulleiter angerufen. Sie seien besorgt gewesen, dass fortan sogar Vierjährige sich auf ihrem Schulfoto mit einem Revolver ablichten lassen würden. Sievering versteht diese Aufregung nicht ganz: «Pro Jahr haben wir etwa 60 bis 70 Abschlussschüler. Wir sprechen nicht von Hunderten Kindern aus mehreren Schulen des Bezirks.»

Sieben Kinder und Jugendliche - pro Tag

Tag für Tag werden in den USA statistisch gesehen sieben Kinder und Jugendliche erschossen. Das zeigt eine Studie der Organisation «Brady Campaign to Prevent Gun Violence».

Der Studie zufolge leben den jüngsten verfügbaren Daten (2011) zufolge rund 1,7 Millionen Kinder in den USA in einem Haushalt mit einer geladenen, nicht weggesperrten Waffe.

So kamen 2011 landesweit über 2700 Kinder und Teenager durch Schusswaffen ums Leben. Bei Vorfällen zuhause, bei Schiessereien an Schulen sowie bei Unfällen hätten die Schützen Waffen aus ihrem Zuhause benutzt.

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