21.02.2019 07:56

Besuch in Asyl-Schule

Schüler schwänzt, Eltern werden bestraft

Weil ihm der Inhalt einer Projektwoche nicht passte, blieb ein Schüler zu Hause. Seine Eltern wurden dafür verurteilt.

von
fss
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Ein Schüler der Bezirksschule Wohlen schwänzte eine Projektwoche. Er war mit dem Inhalt nicht einverstanden.

Ein Schüler der Bezirksschule Wohlen schwänzte eine Projektwoche. Er war mit dem Inhalt nicht einverstanden.

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Nun wurden die Eltern, die den 16-Jährigen unterstützt hatten, zu einer Busse verurteilt.

Nun wurden die Eltern, die den 16-Jährigen unterstützt hatten, zu einer Busse verurteilt.

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Die Klasse sollte eine Schule für minderjährige Asylsuchende besuchen.

Die Klasse sollte eine Schule für minderjährige Asylsuchende besuchen.

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Die Bezirksschule Wohlen plante im Sommer 2018 eine grosse Projektwoche. Am ersten Tag sollte die Schule für unbegleitete minderjährige Asylsuchende besucht werden. Am Tag darauf folgte die Aufarbeitung des Besuchs und am dritten Tag sollten die jungen Asylsuchenden die Schule in Wohlen besichtigen.

Dieses Programm passte einem 16-jährigen Schüler nicht – er schwänzte das Schulprojekt. Dies, nachdem ein Dispensationsgesuch abgelehnt worden war.

«Es geht nicht, dass man zu Hause bleibt»

Bleiben Schüler allerdings ohne Erlaubnis dem Unterricht fern, macht die Schulpflege eine Anzeige und die Eltern werden bestraft. Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, erhielten die Eltern 700 Franken Busse plus 600 Franken Strafbefehlsgebür. Dies jeweils für Vater und Mutter.

Vom Gericht heisst es: «Es geht nicht, dass man zu Hause bleibt, weil einem Mathematik oder ein anderes Fach nicht zusagt. Man muss sich an die Regeln halten, andernfalls wird man bestraft.»

Weitere Eltern bestraft

Die Eltern sagten, dass ihr Sohn negative Erfahrungen mit Asylbesuchern gemacht habe und deshalb den tieferen Sinn einer Beschäftigung mit diesem Thema nicht verstanden habe. Sein Vater, ein SVP-Politiker, verneint eine politische Komponente. Er sagt: «Er hat Anstand und zeigt Einsatz, hat aber auch eine ausgeprägte eigene Meinung. Die soll etwas gelten und deshalb haben wir ihn gestützt.»

Wie die Zeitung schreibt, wurden drei weitere Elternpaare, deren Kindern nicht an der Projektwoche teilnahmen, gleich bestraft. Allerdings haben nicht alle den Entscheid ans Bezirksgericht weitergezogen.

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