Aktualisiert 25.10.2015 15:56

Sparpolitik LuzernSchüler sehen schwarz und Emil wird ernst

Wieder soll bei der Bildung gespart werden. Doch der Widerstand wächst: Schulen, Vereine und sogar ein Schweizer Promi gehen weiter in die Offensive.

von
Angela Schwery

Anfang Oktober wurde bekannt, dass die Regierung im kommenden Jahr wieder im Bereich Bildung sparen wird. Dies bestätigte dann der Luzerner Finanzdirektor Marcel Schwerzmann am letzten Donnerstag anhand der Offenlegung des Budgets 2016.

Die Schulgemeinschaft der Kanti Beromünster hat vom Sparen die Nase voll. Mit der Aktion «Wir sehen schwarz für die Bildung!» wehren sich Lehrer und Schüler nun. Die Schulgemeinschaft kritisiert die Sparmassnahmen der Regierung scharf: «Seit Jahren folgt ein Sparpaket dem anderen und ein Leistungsabbau im Bereich der Bildung ist zur traurigen Routine geworden», schreibt die Schulgemeinschaft in einer Mitteilung. Ihr missfällt etwa, dass die Lehrer mehr arbeiten sollen oder dass erneut Zwangsferien als Sparmassnahme präsentiert werden.

Laut Schulgemeinschaft sei kein Ende beim Sparen im Bereich der Bildung in Sicht: «Die finanzielle Situation des Kantons Luzern lässt keinen Spielraum für Visionen und innovatives Handeln zu.» Die Regierung glänze durch planlose Sparvorschläge und auf die Betroffenen werde keine Rücksicht genommen.

Rund 13'000 Unterschriften innert zwei Wochen

Auch angehende Grafiker wehren sich. Da die Luzerner Regierung vorsieht, die Fachklasse Grafik aus Spargründen zu schliessen, hat der Förderverein Fachklasse Grafik Luzern am 11. Oktober die Petition «Rettet unsere Grafik-Schule» lanciert. Auch die Schüler selbst wehren sich vehement gegen eine Schliessung der Schule. Nach zwei Wochen zeichnet sich nun ein erstes positives Resultat ab: «Wir konnten bereits rund 13'000 Unterschriften sammeln», sagte Vera Bueller, Sprecherin des Vereins, am Sonntag auf Anfrage. Sie erklärt sich den Sammel-Erfolg innert zwei Wochen dadurch, dass die Schule eine sehr hohe Qualität biete; zudem geniesse die Fachklasse Grafik national einen sehr guten Ruf.

«So gibt es nichts mehr zu bewundern»

«Es ist ein Witz, wenn die Fachklasse Grafik geschlossen wird. Gerade im Ausland wird die Schweiz immer wieder gerade um das duale Ausbildungssystem bewundert», so Bueller. Das bedeutet, dass eine Schule nicht nur theoretischen Unterricht anbietet, sondern auch stark die praktischen Erfahrungen fördert. Durch die Schliessung der Fachklasse Grafik würde wieder eine Schule mit einem solchen System wegfallen. «Wenn es so weitergeht, gibt es am Schweizer Bildungssystem bald gar nichts mehr zu bewundern.»

Emil Steinberger setzt sich ein

Am Dienstag informiert der Förderverein Fachklasse Grafik abermals darüber, warumdie Schule «für Luzern unverzichtbar ist». An der Konferenz meldet sich auch ein Prominenter zu Wort: Emil Steinberger (82) setzt sich stark für die Grafiker-Schule ein.

Steinberger habe einen grossen Bezug zur Fachklasse Grafik: «Er selbst war vor vielen Jahren an dieser Schule und lernte damals den Grafikerberuf», so Bueller. Gerade auch deshalb wolle sich der Komiker solidarisch zeigen. Und für Steinberger sei diese Angelegenheit sehr ernst. Bueller: «Emil kann eben nicht nur lustig. Wenn es sein muss, kann er auch sehr ernst.»

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