Aktualisiert 21.01.2016 07:38

Berner Siebtklässler

Schüler wollen wandernd Geld verdienen

Schüler aus Bolligen müssen selbst Geld verdienen, um mit ihrer Klasse eine Ausstellung zum Thema Geld zu besuchen. Vier Schüler machen dafür einen 80-km-Sponsorenlauf.

von
Annina Häusli
Tim Hiltbrand, Noë Bühler, Masato Mumenthaler und Olivier Bucher (v.l.n.r) wollen 80 Kilometer von Bolligen nach Lenzburg marschieren.

Tim Hiltbrand, Noë Bühler, Masato Mumenthaler und Olivier Bucher (v.l.n.r) wollen 80 Kilometer von Bolligen nach Lenzburg marschieren.

Kein Anbieter/zvg

Im März will Lehrer Hans Jaquemet mit seiner siebten Klasse der Oberstufe Eisengasse Bolligen die Ausstellung «Geld. Jenseits von Gut und Böse» in Lenzburg besuchen. Der Clou: Die Schüler sollen das Geld für den Ausflug selber verdienen. Pro Kopf sind das fünfzig Franken. «Einige Schüler putzen das Elternhaus oder machen Babysitting», so Jaquemet.

Nicht so Noë Bühler, Olivier Bucher, Tim Hiltbrand und Masato Mumenthaler. Die vier Jungs im Alter von 13 und 14 Jahren geben sich nicht mit dem Verkauf von Kuchen oder Ähnlichem zufrieden: «Dann hätten wir für die Zutaten bezahlen müssen, und das ist ja nicht der Sinn», erklärt Noë. Ausserdem fänden sie das auch langweilig. So entstand die Idee, zu Fuss und ohne Geld im Sack und ganz ohne Verpflegung von Bolligen die 80 Kilometer lange Strecke nach Lenzburg zu marschieren.

Übernachten in Langenthal

Der Klassenlehrer zeigt sich erstaunt: «Die Vier haben mit der Idee den Vogel abgeschossen», so Jaquemet. Mit so einer Aktion hätte er niemals gerechnet. «Jeder ist unglaublich motiviert und fest entschlossen, die ganze Strecke zu schaffen.» Das sei sehr schön zu sehen.

Via Facebook und Twitter suchen die vier Jungs nun nach Sponsoren, welche ihnen pro gelaufenen Kilometer einen Betrag überweisen. Mit Erfolg: «Sie haben schon die Tausender-Marke geknackt», sagt ihr Lehrer. Den überschüssigen Betrag wollen die Vier aber nicht selbst verprassen. Das Geld wird ins Klassenkässeli gelegt. «Vielleicht reicht es ja für einen Ausflug in den Europa Park», hofft Noë.

Doch noch fehlt es den Teenagern an Unterstützung während des Marsches. «Wir brauchen zum Beispiel noch eine Ersatzunterkunft in Burgdorf, falls wir es am ersten Tag nicht bis nach Langenthal schaffen», so Noë. Dort können sie in einer von der Stadt zur Verfügung gestellten Unterkunft übernachten.

Am 19. Februar gehts los

Ein bisschen Bammel haben die Vier aber vor dem Ausflug: «Wir sind nicht gerade unsportlich, doch so lange war noch nie jemand von uns unterwegs.» Trotzdem sind die vier Jungs fest entschlossen, den ganzen Weg bis nach Lenzburg zu schaffen. Dafür hoffen sie allerdings auf angenehmeres Wetter. Auch die Eltern stehen hinter dem Projekt ihrer Söhne. Der Vater von Noë wird die vier Freunde als «Schatten» begleiten.

Abmarsch ist am 19. Februar. Via Twitter werden die Siebtklässler ihre Follower auf dem laufenden halten. Ob die vier Freunde für das Unterfangen von der Schule extra frei bekommen, weiss Jaquemet noch nicht – möglich wäre es aber. Ansonsten müssten halt freie Halbtage dranglauben.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.