Aktualisiert 09.12.2008 23:44

Sniffer-BeesSchüler züchtet «Drogenbienen»

Der Luzerner Hobby-Imker Silvan Kaufmann hat seine Bienen zu kleinen Drogenfahndern ausgebildet. Damit liegt er im Trend – die Polizei ist aber skeptisch.

von
Katja Schlegel

«Meine Bienen reagieren, sobald der Duft von Haschisch oder Gras in der Luft liegt», sagt Silvan Kaufmann. Für seine Matura-Arbeit hat der 19-jährige Hobby-Imker aus Sursee erfolgreich 70 Tiere zu «Sniffer-Bees» ausgebildet. Den Bienen hat er gleichzeitig den Duft von Marihuana und Futter präsentiert. «Wenn sie dann später den Hanfduft riechen, erwarten sie gefüttert zu werden und rollen den Rüssel aus», erklärt Kaufmann. Dies kann mittels eines Spezialgeräts elektronisch erfasst werden. Auf welchen Duftstoff die Insekten abgerichtet werden, spielt keine Rolle – derzeit laufen in Kroatien Versuche, mit Bienen Sprengstoff, Heroin oder verdorbene Lebensmittel aufzuspüren.

Die Erfolgsquote bei seinen Marihuana-Tests liegt laut Kaufmann bei rund 70 Prozent. Er ist überzeugt, dass seine Tierchen auch bei der Polizei eingesetzt werden könnten. «Etwa zur Kontrolle an einem Flughafen», schlägt Kaufmann vor. Bisher lassen sich Schweizer Behörden aber nur mässig für die kleinen Drogenfahnder begeistern. Der Luzerner Kapo-Mediensprecher Urs Wigger etwa findet die Idee zwar interessant: «Wir setzen aber lieber auf unsere Drogenspürhunde.»

Bienen haben überzeugt

Mit seiner Arbeit ist Silvan Kaufmann für den nationalen Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht (SJf) nominiert worden. Mit ihm in die engere Auswahl wurden auch zwei Stadt-Luzerner gewählt: der 21-jährige Laurin Murer («ReOrg – eine Modelleisenbahn räumt sich selber auf») und die 19-jährige Martina Fischler («Labordiagnostik der Osteoporose»). Diese und 65 weitere Arbeiten von Jugendlichen aus der ganzen Schweiz werden im April in Genf von einer Fachjury bewertet.

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