Aktualisiert 10.06.2009 12:46

Bio-Projekt

Schülerin diagnostiziert eigene Krankheit

Jahrelang unterzog sich eine kranke amerikanische Schülerin medizinischen Tests – vergeblich: Eine sichere Diagnose bekam sie von ihren Ärzten nie – die stellte sie dafür mit Hilfe eines Schulmikroskops selbst.

«Frau Welch, kommen Sie schnell – das hier müssen Sie sich unbedingt ansehen», rief Jessica Terry, als sie während eines Biologieprojekts an der Eastside Catholic High School in Bellevue, Washington, auf etwas Seltsames unter ihrem Mikroskop stiess. Die herbeigerufene Lehrerin zeigte sich dann auch sehr erstaunt, als sie den Zellklumpen in vergrösserten Augenschein nahm: Auf dem Objektträger von Terrys Mikroskop befand sich ein Stück ihres eigenen Darmgewebes, das dem Teenager während einer Biopsie entnommen worden war. Die 18-Jährige leidet seit zehn Jahren unter einer entzündlichen Darmerkrankung, die sich über Symptome wie Bauchkrämpfe, Fieberschübe und Durchfall bemerkbar macht.

Colitis Ulzerosa oder Morbus Crohn?

Trotz diverser Untersuchungen gelang es den Ärzte nur, die mögliche Ursache für die Beschwerden der Schülerin einzugrenzen: Bei der gesuchten Krankheit könnte es sich entweder um Colitis Ulzerosa oder Morbus Crohn handeln. Der Verdacht auf Crohn erhärtete sich nicht, denn die regelmässigen Gewebeentnahmen im Darm brachten die Mediziner laut «abcnews.com» nicht weiter: Sie fanden keine der für Crohn typischen knotenartigen Gewebegebilde, auch Granulome genannt.

Jugend forscht …und findet!

Die fanden sich dafür unter Jessica Terrys Schulmikroskop: Die junge Frau schickte die Probe mit den dunklen Klumpen, der von roten und weissen Blutkörperchen umgeben war, an ein medizinisches Labor. Dort wurde Terrys Verdacht bestätigt. So konnte sie einen wichtigen Teil, der zur Diagnose von Morbus Crohn unerlässlich ist, selbst beisteuern.

(rre)

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