Aktualisiert 18.12.2008 17:12

St. Galler KV-Schule evakuiertSchülerin hatte grosse psychische Probleme

Die Schülerin, die heute Morgen eine Schule in Angst und Schrecken versetzte, ist kurz nach Mittag von der Polizei aufgegriffen worden. Unklar ist, ob sie den Revolver des Vaters entwendet hat. Sie war aber nie in der Nähe der Schule.

Die Polizei konnte mit der Schülerin, die psychisch angeschlagen ist, via Handy Kontakt aufnehmen. Nach dem Mittag wurde die Schülerin ausserhalb des Kantons aufgegriffen. Laut Angaben der Stadtpolizei St. Gallen ist die 21-Jährige wohlauf und erhalte die nötige medizinische Betreuung.

Die Probleme der Schülerin, die nicht im Kanton St. Gallen wohnt, waren schon länger bekannt. Laut Polizei hatte sie immer wieder Drohungen ausgestossen. Diese waren so massiv, dass zwei Mitschülerinnen sich bei der Schulleitung meldeten: Sie wollten aus Angst vor der 21-jährigen Schweizerin nicht mehr zur Schule kommen. Deshalb habe es mit dem Vater der guten und leistungsstarken Schülerin auch am Donnerstagmorgen ein Gespräch gegeben. Man habe «notwendige Massnahmen inklusive fachmedizinischer Versorgung» der Schülerin einleiten wollen. Dabei erzählte der Vater, dass er nicht wisse, wo seine Tochter sei und sein Revolver fehle.

War die 21-Jährige wirklich bewaffnet?

Darauf handelten Polizei und Schulleitung sofort: Die Schule wurde evakuiert und die Suche nach der jungen Frau aufgenommen.

Gegen Mittag konnte die Polizei mit der Schülerin Kontakt aufnehmen. Sie war offenbar zu keinem Zeitpunkt in der Schule. Zudem ist fraglich, ob sie wirklich bewaffnet war. Der Revolver des Vaters wurde mittlerweile wieder zu Hause aufgefunden. Kurz vor zwei Uhr am Donnerstagnachmittag stellte sie sich. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich weder im Kanton St. Gallen, noch in einem der beiden Appenzell.

Die Schülerin hatte am Kaufmännischen Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen die 3-semestrige BMS-Berufsschule besucht. Laut dem Rektor der Kaufmännischen Berufsschule, Urs Bucheli, habe sie aufgrund einer schwierigen Familiensituation grosse psychische Probleme. In der vergangenen Zeit sei sie mehrfach zusammengebrochen und habe sich immer wieder unberechenbar verhalten.

Am Donnerstagmorgen war wegen den bedrohlich wirkenden Aussagen des Vaters die gesamte Schule evakuiert worden. Über 1000 Schüler sowie das Personal des Schulrektorats waren davon betroffen. Die Schüler konnten noch am Morgen die Turnhalle wieder verlassen und sind zur Arbeit oder nach Hause gegangen. Die Schule bleibt bis Freitagmorgen geschlossen.

(brak/am/ann)

Die Schüler wurden schon in der Turnhalle darüber informiert, dass die Polizei eine bewaffnete Schülerin sucht (siehe Video).

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