Bizarrer Gerichtsfall: Schülerin vor Gericht wegen Hasen-Mobbing
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Bizarrer GerichtsfallSchülerin vor Gericht wegen Hasen-Mobbing

Eine 16-jährige Schülerin aus dem deutschen Vechta steht vor Gericht, weil sie das Gerücht verbreitet haben soll, ihre Lehrerin fürchte Hasen.

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Ein skurriler Gerichtsfall sorgt zurzeit in Deutschland für Gelächter: Eine Geographielehrerin hat eine minderjährige Schülerin verklagt, weil diese Gerüchte über eine angebliche Hasenphobie der Pädagogin gestreut haben soll. Die 16-Jährige soll Hasen an die Tafel im Klassenzimmer gemalt und ihren Mitschülern erzählt haben, die Lehrerin fürchte sich vor den Tieren und drehe bei deren Anblick durch - sogar schon, wenn sie nur das Wort «Hase» höre. Die Lehrerin will nun mit einer Ehrenschutzklage erreichen, dass das Mädchen es künftig unterlässt, diese Behauptung aufzustellen.

Wie die Nachrichtenagentur ddp berichtet, muss das Gericht nun klären, ob die Schülerin ihre Lehrerin bewusst gemobbt oder die Lehrerin auf einen normalen Schülerstreich überreagiert hat. Ob die Lehrerin tatsächlich an einer Hasenphobie leidet, konnten die drei bisherigen Verhandlungstage nicht klären.

Trauma nach dem Tod eines Hasen?

Die Pädagogin hatte bereits 2008 – damals an einer anderen Schule - eine Schülerin wegen der gleichen Sache verklagt. Das Verfahren endete mit einem Vergleich: Die Schülerin durfte nicht mehr behaupten, die Frau leide an einer Hasenphobie. Doch die Geschichte kam der 16-jährigen aus Vechta zu Ohren. Als sie erfuhr, dass die Lehrerin an ihrer Schule unterrichten werde, erzählte sie ihren Mitschülern von der Hasen-Affäre. Die Schüler hätten eine Woche später aus Neugier ausprobieren wollen, wie die Frau auf Hasenzeichnungen an der Tafel reagiere.

Obwohl ihre Tochter mit den Hasenzeichnungen nichts zu tun gehabt haben soll, sei ein Schreiben vom Anwalt der Lehrerin ins Haus geflattert. «Die Lehrerin hat vorher nicht einmal mit mir gesprochen», so die Mutter der Angeklagten.

Beim Gerichtstermin am Dienstag sagte Richter Hermann Pieper, es sei nun zu klären, ob die Behauptung der Schülerin über die Hasenphobie wahr sei. Sollte sie stimmen, müsse zwischen einem Verbreitungsinteresse und einem Schutzinteresse der Lehrerin abgewogen werden. «Falsche Tatsachenbehauptungen darf man nicht machen, wahre muss man hinnehmen», so der Richter im Interview mit dem Nachrichtensender NDR. Das Urteil will das Gericht am 20. Juli verkünden.

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