Rudern: Schürch/Gyr holen WM-Silber

Aktualisiert

RudernSchürch/Gyr holen WM-Silber

Die Schweizer Ruderer bleiben auf Erfolgskurs.

Einen Tag nach dem WM-Gold von Lucas Tramèr/Simon Niepmann im Zweier ohne holten die Schweizer an der WM in Chungju (SKor) ihre zweite Medaille. Mario Gyr/Simon Schürch sicherten sich im Doppelzweier Silber - in einer olympischen Disziplin eine seltene Angelegenheit.

Die Schweizer Spitzenruderer befinden sich in absoluter Topform und setzten ihre ausgezeichnete Regatta auf dem Tangeum Lake auch am zweitletzten WM-Tag fort. Die Leichtgewichtler Gyr/Schürch mussten sich nur dem norwegischen Duo Kristoffer Brun/Are Strandli geschlagen geben. Bronze sicherten sich die Briten Richard und Peter Chambers.

Der Final war an Spannung kaum zu überbieten. Einerseits ruderte vor einem Jahr in dieser Besetzung noch keines der sechs Boote, andererseits versprachen die ersten WM-Rennen in dieser Bootsklasse eine enge Entscheidung. Und so kam es auch. Es waren die Italiener, die im leichten Gegenwind ein hohes Tempo anschlugen und mit bis zu einer Bootslänge Vorsprung führten. Dahinter lagen mit Ausnahme der Griechen, die dem hohen Tempo nicht folgen konnten, alle Boote sehr nahe zusammen.

Gyr (Seeclub Luzern) und Schürch (Seeclub Sursee) lagen vorerst an vierter Stelle. Bei Streckenhälfte schoben die beiden Zeitmilitär-Spitzensportler ihre Bugspitze auf eine Medaillenposition. Während die Italiener dem hohen Anfangstempo Tribut zollten, zogen die Schweizer den Schlussspurt an. Mit der schnellsten Abschnittszeit auf den letzten 500 Metern zogen sie noch an den zweitklassierten Briten vorbei. Ihr Rückstand auf Norwegen betrug am Schluss rund eine Sekunde.

«Ich bin so glücklich über unsere erste WM-Medaille», so Mario Gyr nach dem Rennen. «Wer hätte das vor wenigen Wochen gedacht, als ich noch an meiner Rippenverletzung herumlaborierte, nicht rudern konnte und Stunden auf dem Velo-Ergometer trainierte. So oft hätte ich am liebsten alles sein und die WM sausen lassen. Zum Glück habe ich es nicht gemacht.»

Medaille mit hohem Wert

Zusammen waren Gyr, Schürch sowie die beiden frischgebackenen Weltmeister Tramèr und Niepmann an den Olympischen Spielen in London auf Platz 5 im Vierer ohne gerudert. Nun setzten sie ein Jahr später in den kleineren Booten auf die damalige gute Leistung noch einen drauf. Beide Boote hatten im Frühling an der EM bereits Edelmetall (Gold für Tramèr/Niepmann und Bronze für Gyr/Schürch) gewonnen.

Der Wert von Gyrs und Schürchs Silbermedaille an der WM ist mindestens so hoch einzustufen wie die goldene von Tramèr/Niepmann, handelt es sich doch im leichten Doppelzweier im Gegensatz zum Zweier ohne um eine olympische Disziplin. Und in einer olympischen Disziplin gewann letztmals Xeno Müller im Jahr 1999 im Skiff eine Medaille (ebenfalls Silber). Mit der Silbermedaille knüpfen Gyr/Schürch auch an die Erfolge der Gebrüder Markus und Michael Gier an, die in den 90er-Jahren ebenfalls im Leichtgewichts-Doppelzweier mehrere WM-Medaillen gewinnen konnten.

Doppelvierer auf Rang 6

Der junge Doppelvierer in der offenen Kategorie mit Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Augustin Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und David Aregger (Ruderclub Schaffhausen) konnte im Final nicht mit den Schnellsten mithalten. Im hochklassigen Finalfeld kamen sie nicht über den letzten Platz hinaus.

Trotzdem darf der Doppelvierer mit seiner Woche mehr als zufrieden sein. Der Finaleinzug hätte von der jungen Equipe, die ihre Zukunft noch vor sich hat, keinesfalls erwartet werden dürfen. Überlegener Weltmeister in dieser Kategorie wurde Kroatien.

Am letzten Wettkampf-Tag (Sonntag) steht mit Roman Röösli im Skiff (B-Final) noch ein Schweizer im Einsatz.

WM in Chungju (SKor). Olympische Bootsklassen. Leichtgewichte. Doppelzweier. Final: 1. Kristoffer Brun/Are Strandli (No) 6:36:04. 2. Simon Schürch/Mario Gyr (Sz) 6:37:11. 3. Richard Chambers/Peter Chambers (Gb) 6:38:04.

Olympische Bootsklassen. Offene Kategorie. Vierer ohne. Final:

1. Kroatien.

2. Deutschland.

3. Grossbritannien.

Ferner:

6. Schweiz (David Aregger, Augustin Maillefer, Nico Stahlberg, Barnabé Delarze). (si)

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