Aktualisiert 11.11.2004 10:33

Schüsse im Theater: Eminem läuft Amok

Eminem lässt nichts aus. Im Booklet zur neuen Platte schockt der US-Rapper mit blutigen Bildern.

Überrapper Eminem (32) provoziert, irritiert und polarisiert. Neustes Beispiel ist sein Booklet zum Album «Encore», das morgen in die Läden kommt. Im Booklet wird eine Geschichte erzählt, die harmlos beginnt und mit Terror endet: Ein nachdenklicher Eminem lädt in der Garderobe einen Revolver, tritt auf eine Theaterbühne und schiesst wahllos auf sein Publikum. Panik, Blut, Tote. Zurück bleibt ein einsamer Star und die Frage: Spielten sich die Bilder bloss in Ems Kopf ab? Oder steht der Amoklauf erst bevor?

Das Eminem-Booklet ist aber nicht nur blosser Schockeffekt, sondern auch eine Hommage an andere Revoluzzer und Brüder im Geiste Eminems. Den Amoklauf im Theater inszenierte schon 1978 die verstorbene Punk-Ikone Sid Vicious (Sex Pistols), der im Video zu seiner Frank-Sinatra-Coverversion «My Way» sein Publikum abknallte. Die Revolver-Pointe des CD-Covers (siehe Bilder rechts) hat sich Eminem bei Ur-Hip-Hopper Ice-T (46) und dessen 88er-Album «Power» abgeschaut. Und von Regisseur Quentin Tarantino (41, «Pulp Fiction») liess er sich beim Killerthema inspirieren.

Wer sich das Eminem-Album kauft, kann sich auf einiges gefasst machen – auch musikalisch. Und Käufer wird es viele geben. Weltweit wurden 6,2 Millionen Einheiten ausgeliefert. In der Schweiz liegen 40000 Alben bereit. Die Platin-Auszeichnungen und die Nummer eins in den Charts sind Eminem so gut wie sicher.

Thomas Kramer

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