«Versuchter Terroranschlag»: Schüsse in Moschee in Oslo – Polizei findet Leiche
Aktualisiert

«Versuchter Terroranschlag»Schüsse in Moschee in Oslo – Polizei findet Leiche

Ein schwer bewaffneter Mann mit Helm und Uniform hat in einer Moschee in Oslo um sich geschossen. Eine Verwandte des mutmasslichen Täters wurde tot aufgefunden.

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Am 10. August 2019 fielen in einer Moschee in Norwegen Schüsse.

Am 10. August 2019 fielen in einer Moschee in Norwegen Schüsse.

AP/Fredrik Hagen
«Ein weisser Mann mit Helm und Uniform» soll auf ein Gemeindemitglied der Al-Nur-Moschee geschossen haben.

«Ein weisser Mann mit Helm und Uniform» soll auf ein Gemeindemitglied der Al-Nur-Moschee geschossen haben.

AFP/Terje Pedersen
Die Al-Nur-Moschee befindet sich in der Stadt Baerum, einem Vorort der norwegischen Hauptstadt.

Die Al-Nur-Moschee befindet sich in der Stadt Baerum, einem Vorort der norwegischen Hauptstadt.

epa/Terje Pedersen

Beim Überfall eines schwer bewaffneten Mannes auf eine Moschee in der Nähe der norwegischen Hauptstadt Oslo sind am Samstag zwei Menschen leicht verletzt worden. In der Nähe des Tatortes wurde zudem eine Leiche gefunden.

Drei Gläubige hätten sich nach dem Gebet noch in der Al-Nur-Moschee in Baerum nahe Oslo aufgehalten, als der mit zwei Schrotflinten und einer Pistole bewaffnete Mann in das Gebäude eindrang, wie Moschee-Vertreter Ifran Mushtaq gegenüber dem Sender TV2 berichtete. Zwei der Männer seien sofort in Deckung gegangen, doch ein rund 70 Jahre alter Mann habe den Angreifer überwältigt. Dabei seien Schüsse gefallen.

Mann festgenommen

Sowohl der Bewaffnete als auch einer der Moschee-Besucher seien bei dem Gerangel leicht verletzt worden. Der Angreifer sei schliesslich durch einen Schlag auf den Hinterkopf ausser Gefecht gesetzt worden. Die Polizei habe den jungen Mann, der eine Schutzweste getragen habe, schliesslich festgenommen.

Der Mann soll vorher eine Frau getötet haben. «Eine junge Frau wurde an der Adresse des Verdächtigen tot aufgefunden», sagte der stellvertretende Polizeichef Rune Skjold. Der etwa 20-jährige Mann werde nun des Mordes verdächtigt. Der Leichenfund stehe im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Al-Nur-Moschee in Baerum, erklärte ein Polizeisprecher am Samstagabend.

Vermutlich Einzeltäter

Der Tatverdächtige sei ein gebürtiger Norweger, der in der Nähe lebe, sagte Polizeisprecher Rune Skjold. Er sei der Polizei bekannt gewesen - er habe jedoch keinen kriminellen Hintergrund. Die Polizei stuft den Fall als «versuchten Terroranschlag» ein. Weitere Details oder Hintergründe zum Geschehen wurden nicht veröffentlicht. Weitere Angreifer seien an dem Vorfall vermutlich nicht beteiligt gewesen, hiess es weiter. Auch zu dem Motiv des Tatverdächtigen gab es keine Angaben. Die Online-Aktivitäten des Mannes würden noch überprüft, sagte Skjold.

Regierungschefin Erna Solberg verurteilte den Zwischenfall. «Der Besuch von Moschee, Kirche oder anderen Gotteshäusern sollte sicher sein», schrieb sie in einer am Abend veröffentlichten Erklärung. Auch sie wollte sich nicht zu dem Tatmotiv äussern.

Nach örtlichen Medienberichten wurde das Gebiet um die Moschee weiträumig abgeriegelt. Zudem sei ein grösseres Polizeiaufgebot um den vermuteten Wohnsitz des Festgenommenen beobachtet worden, hiess es.

Nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland, bei dem ein Rechtsextremist im März 51 Menschen erschossen und weitere 50 Personen verletzt hatte, waren in der Al-Nur-Moschee in Baerum nach örtlichen Medienberichten zusätzliche Sicherheitsmassnahmen eingeführt worden. (sda/afp)

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