07.10.2018 15:09

«Fat Bear Week»Schüttle deinen Speck, denn der Fetteste gewinnt

Ein Nationalpark in Alaska feiert die «Fat Bear Week»: User aus aller Welt küren jenen Bären zum Sieger, der sich vor dem Winterschlaf am meisten Speck angefressen hat.

von
gux
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So bewirbt der Katmai National Park seinen Wettbewerb, der vom 3. bis zum 9. Oktober dauert: «Wählen Sie den fettesten Bär am Brooks River». Und das sind die ...

So bewirbt der Katmai National Park seinen Wettbewerb, der vom 3. bis zum 9. Oktober dauert: «Wählen Sie den fettesten Bär am Brooks River». Und das sind die ...

Katmai National Park & Preserve
... diesjährigen acht Kandidaten. In natura sehen sie ...

... diesjährigen acht Kandidaten. In natura sehen sie ...

Katmai National Park & Preserve
... so aus. Das ist Bär 719, einmal mit schlanker Sommerfigur, einmal in der speckigen Version vom September.

... so aus. Das ist Bär 719, einmal mit schlanker Sommerfigur, einmal in der speckigen Version vom September.

Katmai National Park & Preserve

Vor ihrem rund sechs Monate dauernden Winterschlaf fressen sich Braunbären zwischen Juli und September Fett an – überlebenswichtig, um die eiskalte Jahreszeit zu überstehen.

In Alaska hat der Katmai National Park das Fett-Anfressen der Petze zu einem regelrechten Event gemacht: Seit 2014 feiert er einmal im Jahr die «Fat Bear Week». Bären-Fans können während einer Woche online darüber abstimmen, welcher Bär ihre fetter Favorit ist.

«Welchen Speck findet ihr am herausragendsten?»

Ausschlaggebend ist dabei aber nicht nur, wer Anfang Oktober der dickste von den Bären ist, sondern auch, wer im Vorher-Nachher-Vergleich den offensichtlichsten Gewichtsunterschied aufweist. «Fett ist unter Bären ein Zeichen von Erfolg, und so feiern wir die Zellulite!», heisst es auf der Facebook-Seite des Parks etwa. Oder: «Welchen Speck findet ihr am herausragendsten?» Sprich: Der pelzige Wettbewerb ist mit einem Augenzwinkern und nicht etwa wissenschaftlich zu sehen.

Mit der «Fat Bear Week» habe man das Interesse einer breiteren Öffentlichkeit an den 2200 Braunbären des Nationalparks wecken wollen, erklärt Parkwächter Russ Taylor gegenüber BBC. «Beschäftigen sich die Leute mehr mit den Tieren, werden sie sich bewusster, wie schützenswert diese sind.»

Bis zu 225 Kilogramm angefuttert

Ähnlich wie Menschen verspürten auch Bären ein Sättigungsgefühl, wenn sie genügend gegessen hätten, so der Ranger weiter. Im Herbst aber setze dieser Mechanismus aus und die Phase der Polyphagie ein.

Die Medizin versteht darunter einen krankhaft gesteigerten Appetit oder eine krankhaft gesteigerte Nahrungsaufnahme. Eine Krankheit beim Menschen, für Winterschläfer überlebenswichtig: In wenigen Monaten futtern sich männliche Braunbären bis zu 225 Kilogramm an, indem sie sich mit dem fettreichen Fleisch des Lachses vollstopfen.

«Es sind majestätische Kreaturen»

Mit jedem Jahr ist die «Fat Bear Week» beliebter und bekannter geworden. Doch der Katmai National Park lässt sich noch einiges mehr einfallen, um Meister Petz zur Popularität zu verhelfen. So richteten die Parkwächter Kameras im Park und einen Livestream ein, auf dem Menschen auf der ganzen Welt das Treiben der Bären verfolgen können.

Manche würden die Bären bereits sehr gut kennen und könnten sie nach Aussehen und Persönlichkeit unterscheiden. «Einige erkennen die Bären aufgrund des Ohrenabstandes oder anhand ihrer Schnauze. Einige Bären tauchen gerne nach Lachs, während andere lieber darauf warten, dass der Lachs zu ihnen kommt», sagt Ranger Taylor. «Es sind ja auch majestätische Kreaturen, die einen regelrecht in Ehrfurcht versetzen können, wenn man ihrem Treiben zuschaut.»

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