Aktualisiert 25.09.2015 15:18

Stadt Bern Schütz möglicherweise bald autofrei

Die autofreie Umnutzung der Schütz sei ein Erfolg, meint Berns Stadtpräsident. Anfang 2016 soll über ein definitives Konzept abgestimmt werden.

Neustadt-lab 2015 verwandelte den Betonplatz in einen multifunktionalen Kultur- und Kunstraum.

Neustadt-lab 2015 verwandelte den Betonplatz in einen multifunktionalen Kultur- und Kunstraum.

Die versuchsweise Nutzung der Berner Schützenmatte als multifunktionaler Stadtplatz hat aus Sicht von Betreibern und Behörden gut funktioniert. Für Stadtpräsident Alexander Tschäppät zeigt die Testphase, dass die 145 Parkplätze auf der Schützenmatte verzichtbar sind.

Noch sei aber nicht entschieden, wie es mit dem Stadtplatz weitergehe, betonte Tschäppät am Freitag an einem Point de Presse auf der Schützenmatte. Er stelle jedoch fest, «dass sich bei mir niemand über die fehlenden Parkplätze beschwert hat.» Auch seien weder Staus noch überlastete Parkhäuser verzeichnet worden. Der Stadtpräsident zeigte sich zudem «positiv überrascht» von der Akzeptanz gegenüber dem Experiment des Stadtplatz-Labors. Es habe eine friedliche Atmosphäre geherrscht, Vandalenakte seien ausgeblieben. Dass der Platz oft auch einfach leer blieb, stört Tschäppät nicht. «Wir wollten kein 24-Stunden-Partylokal.»

Drogenszene wird verdrängt

Als positiven Nebeneffekt der autofreien Nutzung erachtet Tschäppät auch, dass der Platz nicht mehr als «Drogen-Drive-in» für Kleindealer und deren Kundschaft genutzt werden konnte. Auch habe die Testphase ein gemischtes Publikum mit Familien, Kindern und ältereren Menschen angelockt.

Die zweimonatige Testphase stand unter der Leitung der privaten Trägerschaft Neustadt-lab. Diese baute eine minimale Infrastruktur mit einer gedeckten Bar und einem Turm auf. Während der Monate August und September fanden rund 130 Veranstaltungen statt. Darunter Tanzevents, Kinderspielnachmittage, Kunstperformances oder eine Reparierwerkstatt, wie Organisator Jürg Luedi erklärte.

Grösseres Parking im Neufeld

In den nächsten Monaten werden die Erfahrungen mit der multifunktionalen Nutzung der Schützenmatte vom Begleitgremium ausgewertet. Anfang 2016 soll der Gemeinderat über ein Nutzungs- und Entwicklungskonzept befinden, wie Tschäppät weiter sagte.

Dabei soll die Stadtregierung ein einem ersten Schritt den Grundsatzentscheid fällen, ob die Parkplätze auf der Schützenmatte definitiv aufgehoben werden. Als mögliche Alternative für das Parkplatzangebot sieht Tschäppät den Ausbau des Park und Ride im Neufeld um eine zusätzliches Geschoss.

Die Aufwertung der unwirtlichen Schützenmatte – eingeklemmt zwischen Eisenbahnbrücke und lärmiger Verkehrsachse am Bollwerk – ist in der Stadt Bern schon längere Zeit ein Thema. Die Idee einer multifunktionalen Nutzung – statt eines tristen Parkplatzes wie heute – entstammt dem im Jahr 2013 lancierten Planungsprozess.

(SDA)

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