Kosovare erschossen: Schütze von Uetendorf bleibt in der Schweiz
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Kosovare erschossenSchütze von Uetendorf bleibt in der Schweiz

Der Mann, der 2004 in Uetendorf seinen kosovarischen Landsmann erschossen hatte, wird wegen möglicher Blutrache in seiner Heimat nicht ausgeschafft. Dies hat das bernische Verwaltungsgericht entschieden.

Der Kosovare, der 2004 in Uetendorf einen Landsmann erschoss, darf nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis vorläufig in der Schweiz bleiben. Das entschied das bernische Verwaltungsgericht.

Der Kanton habe dem heute 57-Jährigen zwar zu Recht die Niederlassungsbewilligung entzogen, heisst es in einem am Dienstag publizierten Urteil. Allerdings könnte es tatsächlich unzulässig sein, den Mann auszuweisen, da ihm in der Heimat womöglich die Blutrache drohe. Der Bund solle daher die vorläufige Aufnahme in der Schweiz prüfen, kommt das Verwaltungsgericht zum Schluss.

Der Kosovare hatte in einem Club in Uetendorf einen Landsmann getötet. Gemäss Urteil des Obergerichts von 2009 handelte es sich um einen Notwehrexzess. Der Mann wurde deshalb zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Nach Verbüssen von zwei Dritteln der Strafe wurde er auf freien Fuss gesetzt.

Vater seines Opfers verzeiht ihm die Tat nicht

Um der Wegweisung zu entgehen, wandte er sich ans Verwaltungsgericht. Dieses kam zum Schluss, dass die Niederlassungsbewilligung zwar zu Recht entzogen worden sei - schliesslich habe der Mann eine schwere Straftat begangen, ausserdem sei er schon zuvor wiederholt «in erheblicher Weise straffällig geworden» und habe «eine inakzeptable Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung demonstriert».

Ob die Wegweisung tatsächlich vollzogen werden könne, sei aber näher zu prüfen. Denn im Fall einer Rückkehr in den Kosovo bestünden «ernsthafte Anzeichen für eine Gefährdung an Leib und Leben». Der Täter hatte geltend gemacht, der Vater seines Opfers verzeihe ihm die Tat nicht und schliesse die Blutrache nicht aus. (sda)

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