Aktualisiert 03.08.2006 14:06

Schützenpanzer werden verschrottet statt verkauft

Weil geplante Verkäufe von Schützenpanzern nach Pakistan oder in die arabischen Emirate geplatzt sind, verschrottet die Schweizer Armee 550 Schützenpanzer M113.

Ein Westschweizer Unternehmen hat dafür den Zuschlag erhalten, wie armasuisse am Donnerstag mitteilte. Bei den M113 handelt es sich um bis zu 40 Jahre alte, nicht kampfwertgesteigerte Fahrzeuge, die künftig in der Schweizer Armee nicht mehr eingesetzt werden. 180 der ausgedienten Schützenpanzer sollten ursprünglich an die arabischen Emirate verkauft werden.

Weitergabe an Irak befürchtet

Nachdem bekannt wurde, dass diese die Weitergabe an Irak planten, wuchs in der Schweiz aber der politische Widerstand gegen das Geschäft. Im August 2005 sistierte der Bundesrat den Verkauf. Als sich die arabischen Emirate im Oktober aus dem Deal zurückzogen, platzte dieser endgültig. Auch der Vertrag mit Pakistan, das für rund 40 Millionen Franken 736 alte Schützenpanzer aus Schweizer Beständen erhalten sollte, kam nie zustande.

Die Kontroverse führte dazu, dass der Bundesrat am vergangenen 10. März die Ausfuhr von ausgedientem Kriegsmaterial überdachte und einschränkte. Als potentielle Käufer kommen nur noch Länder in Frage, die wie die Schweiz allen internationalen Exportkontrollregimes angehören. Neben den meisten EU-Staaten zählen dazu auch die USA, Kanada oder Japan.

Angesichts dieses eingeschränkten Käuferkreises sei ein Verkauf der ausgedienten Schützenpanzer M113 nicht möglich, sagte armasuisse-Sprecher Godi Huber. Entsprechend dem Bundesratsbeschluss würden sie deshalb nun der Verschrottung zugeführt. Dazu wurden die Offerten von vier Firmen eingeholt, das Westschweizer Unternehmen Thevenaz-Leduc SA in Ecublens erhielt den Zuschlag. Die M113 werden vorschriftsgemäss demilitarisiert. Anschliessend wird sämtliches Material, vorwiegend Stahl und Aluminium, der Reststoffverwertung zugeführt. Aus der Verschrottung der rund 550 Panzer werde ein Erlös resultieren, schreibt armasuisse. Über eine allfällige Entsorgung von weiteren M113 wird voraussichtlich gegen Ende Jahr entschieden. (dapd)

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