Luzern – Schüür droht notorischem FCL-Schmierfinken mit Anzeige
Publiziert

LuzernSchüür droht notorischem FCL-Schmierfinken mit Anzeige

«FCL», «ACAB» und weitere Schmierereien: Ein mittelmässig talentierter Sprayer macht dem Konzerthaus Schüür zu schaffen. Trotz mehrmaliger Übermalung wurden die Wände in den Toiletten immer wieder vollgeschmiert – offenbar von der immer gleichen Person. Jetzt droht das Konzerthaus öffentlich mit einer Anzeige – und stellt dem Schmierer ein Ultimatum.

von
Gianni Walther
1 / 5
Diverse Tags an der Wand: Mehrmals hat ein FCL-Fan die Wände der Schüür in Luzern mit Tags verschmiert.

Diverse Tags an der Wand: Mehrmals hat ein FCL-Fan die Wände der Schüür in Luzern mit Tags verschmiert.

Facebook/Konzerthaus Schüür
Die Schüür reagierte mit einem Facebook-Post, in dem sie den Vandalen dazu aufforderte, sich zu melden. Andernfalls werde man Anzeige erstatten und FCL-Fans aus den Schüür-Räumlichkeiten verbannen.

Die Schüür reagierte mit einem Facebook-Post, in dem sie den Vandalen dazu aufforderte, sich zu melden. Andernfalls werde man Anzeige erstatten und FCL-Fans aus den Schüür-Räumlichkeiten verbannen.

Facebook/Konzerthaus Schüür
Der Aufruf zeigte Wirkung: Die Schüür konnte einen Kontakt zum Vandalen herstellen. Nun will sie mit dem Verantwortlichen das weitere Vorgehen besprechen. Von einer Anzeige wird man nun absehen, um dem jungen Mann einen Eintrag ins Strafregister zu ersparen.

Der Aufruf zeigte Wirkung: Die Schüür konnte einen Kontakt zum Vandalen herstellen. Nun will sie mit dem Verantwortlichen das weitere Vorgehen besprechen. Von einer Anzeige wird man nun absehen, um dem jungen Mann einen Eintrag ins Strafregister zu ersparen.

Facebook/Konzerthaus Schüür

Darum geht’s

  • Ein FCL-Fan macht dem Konzerthaus Schüür zu schaffen: Seit Wochen verschmierte dieser die Herrentoilette im Lokal mit verschiedenen Tags.

  • Die Schüür gab dem Vandalen ein Ultimatum: Sollte sich dieser nicht melden, dann werde man eine Anzeige erstatten und eine Kollektivstrafe für FCL-Fans machen.

  • Der Aufruf zeigte Wirkung. Die Schüür-Verantwortlichen wollen nun das weitere Vorgehen mit dem FCL-Schmierfinken an einem runden Tisch besprechen.

Vandalismus auf dem Herren-WC: «Während wir uns bemühen, mit unseren Sicherheitskräften einen Corona-konformen Einlass durch unsere notabene zusätzliche Baustelle zu garantieren, damit DU tanzen kannst, nutzt du diese Situation aus, um seit Wochen unsere Männertoilette zu vertaggen – wir streichen – du taggst.» Dies steht in einem Beitrag, den das Konzerthaus Schüür in Luzern am Dienstag auf Facebook veröffentlicht hat.

«In der Schüür hat es Augen, die man nicht sieht», sagt Schüür-Geschäftsleiter Marco Liembd auf Anfrage. Gemeint sind Überwachungskameras, die sich im Gebäude befinden. Diese haben den Schmierer gefilmt, jedoch nicht auf den Toiletten selbst. Dort gibt es keine Kameras.

Schüür will auf Anzeige verzichten

Im Facebook-Post hat die Schüür dem Verantwortlichen auch ein Ultimatum gesetzt: Sollte dieser sich nicht bis am Dienstagnachmittag melden und freiwillig die Wände neu streichen, dann werde man Anzeige erstatten. Zudem drohte die Schüür auch mit einer Kollektivstrafe für FCL-Fans: So werde man bis auf Weiteres «jedem auch nur im Ansatz erkennbaren FCL-Fan den Zutritt zur Schüür verweigern». Die Schüür-Verantwortlichen sind offenbar ordentlich frustriert, so liessen sie im Post auch einen Seitenhieb gegen den FC Luzern nicht aus, der momentan Tabellenletzter ist: «Schnauze voll. Letzter sein ist nicht peino. Das ist Sport. Vandalismus ist aber rächt peino. Ziemlich fest.»

Die Drohung zeigte Wirkung: Die Schüür konnte über einen Mittelsmann einen Kontakt zum FCL-Vandalen herstellen. Das weitere Vorgehen wollen wir mit ihm an einem runden Tisch besprechen, sagt Schüür-Geschäftsleiter Marco Liembd auf Anfrage. Da es sich um einen jungen Erwachsenen handele, wolle die Schüür allerdings doch auf eine Anzeige verzichten – um den noch jungen Mann nicht mit einem Eintrag ins Strafregister zu belasten. Auch bei der Schüür hat man sich inzwischen etwas beruhigt: «Es war ein unglücklicher Post von uns. Im Rückblick würden wir den so sicher nicht mehr schreiben. Aber es waren auch miese Schmierereien. Es steht also eins zu eins», sagt Liembd.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

1 Kommentar