Aktualisiert 22.12.2008 08:32

Misshandelt

Schuhwerfer verklagt Sicherheitsbeamte

Der als Schuhwerfer bekannt gewordene irakische Journalist Muntaser el Saidi hat Sicherheitsbeamte der Regierung in Bagdad wegen Körperverletzung verklagt. Er sei geschlagen und brutal behandelt worden.

Die Männer arbeiteten für den Sicherheitsdienst des Pressezentrums der irakischen Regierung und hätten den Fernsehjournalisten nach seiner Festnahme geschlagen und brutal behandelt, sagte Saidis Anwalt Dhija el Saadi am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Dem 29-Jährigen fehle ein Zahn, sein linkes Auge sei blutunterlaufen und er habe mehrere Blutergüsse.

Die Spuren der Misshandlungen werden seinen Angaben zufolge durch zwei medizinische Gutachten bestätigt. Saidis Bruder hatte die Sicherheitskräfte zuvor beschuldigt, dem Journalisten einen Arm und mehrere Rippen gebrochen zu haben.

Saidi hatte vor einer Woche bei einer Pressekonferenz in Bagdad seine Schuhe in Richtung von US-Präsident George W. Bush geschleudert und gerufen: «Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!» Der 29-Jährige wurde daraufhin festgenommen.

Ihm drohen wegen der «Aggression gegen einen ausländischen Staatschef» gemäss irakischem Strafrecht zwischen fünf und 15 Jahre Gefängnis. Mitschnitte der Szene sorgten international für Furore. Angehörige und Anhänger von el Saidi wollen mit einem Sitzstreik vor der Grünen Zone eine Freilassung des Journalisten erreichen. (sda)

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