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DopingsünderSchuld sind Tee, Whisky, Tortellini und Zahnpasta

Peru-Captain Paolo Guerrero verpasst wegen Dopings die Endrunde in Russland. Seine Erklärung für den positiven Test ist ziemlich kurios.

von
kai
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Die kuriosesten Doping-AusredenPaolo GuerreroBeim Captain der peruanischen Fussballnationalmannschaft wird im Oktober 2017 bei einer Kontrolle das Kokain-Abbauprodukt Benzoylecgonin festgestellt. Guerrero erklärt, er habe in der Heimat einen Anistee getrunken, weil er eine Magenverstimmung hatte. In Argentinien habe er einen Schwarztee mit Zitrone und Honig getrunken, weil er eine Grippe hatte.

Die kuriosesten Doping-AusredenPaolo GuerreroBeim Captain der peruanischen Fussballnationalmannschaft wird im Oktober 2017 bei einer Kontrolle das Kokain-Abbauprodukt Benzoylecgonin festgestellt. Guerrero erklärt, er habe in der Heimat einen Anistee getrunken, weil er eine Magenverstimmung hatte. In Argentinien habe er einen Schwarztee mit Zitrone und Honig getrunken, weil er eine Grippe hatte.

AFP/Ernesto Benavides
Sara ErraniIm Februar 2017 wird die italienische Tennisspielerin positiv auf die verbotene Substanz Letrozol getestet. Bei der Anhörung im Sommer sagt sie: «Mir ist das Krebsmittel meiner Mutter in die Tortellini gefallen.»

Sara ErraniIm Februar 2017 wird die italienische Tennisspielerin positiv auf die verbotene Substanz Letrozol getestet. Bei der Anhörung im Sommer sagt sie: «Mir ist das Krebsmittel meiner Mutter in die Tortellini gefallen.»

epa/Made Nagi
Fränk SchleckDer Luxemburger wird im Juli 2012 mit dem Diuretikum Xipamid erwischt, das nicht leistungsfördernd ist, aber zur Verschleierung von Doping-Substanzen dient. Er sieht sich als «Opfer einer Vergiftung» und beteuert seine Unschuld.

Fränk SchleckDer Luxemburger wird im Juli 2012 mit dem Diuretikum Xipamid erwischt, das nicht leistungsfördernd ist, aber zur Verschleierung von Doping-Substanzen dient. Er sieht sich als «Opfer einer Vergiftung» und beteuert seine Unschuld.

Keystone/Yorick Jansens

Die WM wird er als Zuschauer erleben. Weil Paolo Guerrero am 5. Oktober nach dem Qualifikationsspiel gegen Argentinien positiv auf das Kokain-Abbauprodukt Benzoylecgonin getestet worden war, sperrte ihn die Fifa vergangene Woche rückwirkend ab dem 3. November für ein Jahr. Damit reist Peru im Sommer ohne seinen Captain nach Russland.

Nun beteuerte der 33-jährige Stürmer, der zurzeit bei Flamengo Rio de Janeiro sein Geld verdient, im brasilianischen TV: «Ich habe in keiner Form Kokain konsumiert.» Stattdessen hatte der frühere Bundesliga-Profi (Bayern, HSV) eine kuriose Erklärung parat: «Ich habe in Peru einen Anistee getrunken, weil ich eine Magenverstimmung hatte. In Argentinien habe ich einen Schwarztee mit Zitrone und Honig zu mir genommen, weil ich Grippe hatte. Ich beschuldige niemanden, aber die Substanz könnte in einer Tasse oder einer Kanne gewesen sein.»

Waren Medikamente schuld?

Zuvor hatte sein Anwalt Bichara Neto erklärt, dass die entdeckte Substanz in Koka-Tee enthalten sei und dessen Genuss sowie das Kauen der Blätter in den Anden lange Tradition habe. Er wies aber gleichzeitig darauf hin, dass Guerrero gar keinen Koka-Tee getrunken, jedoch Grippemedikamente eingenommen habe. Diese seien möglicherweise verunreinigt gewesen.

Was am Ende auch immer der Grund für den positiven Test sein mag: Mit seiner Erklärung schafft es Guerrero in die lange Liste kurioser Doping-Ausreden, die in der Bildstrecke oben zu sehen sind. So viel vorweg: Einige seiner Vorgänger hatten weit Skurrileres zu berichten.

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