Aktualisiert 29.09.2009 10:06

Finanzdisziplin

Schuldenberg sinkt trotz Krise weiter

Im Unterschied zur internationalen Entwicklung kann die Schweiz ihre Schulden auch in der Krise senken. Die Schuldenquote der öffentlichen Hand wird dieses Jahr auf rund 40 Prozent sinken. Im Mittel der G-20 ist die Quote zweieinhalb Mal so hoch.

Die Schulden des Bunds sind laut dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) am Ende des zweiten Quartals auf 119 Milliarden Franken gesunken. Bis Ende Jahr werde ein weiterer Rückgang um rund zwei Milliarden Franken durch die Veräusserung der UBS-Pflichtwandelanleihe möglich. Damit werden Schätzungen des Bundes vom vergangenen 18. September bestätigt, die zum Jahresende von einer Bundesschuld von 117 Milliarden Franken ausgingen. Verglichen mit dem bisherigen Höchststand im Jahr 2005 von 130,4 Milliarden entspricht das einem Schuldenabbau um 13 Milliarden Franken innerhalb von fünf Jahren.

Resultat der Schuldenbremse

Der Rückgang sei auf die finanzpolitische Disziplin seit Einführung der Schuldenbremse zurückzuführen, schreibt das Departement Merz. Zusammen mit der bis 2008 erfreulichen Wirtschaftsentwicklung habe der Bund so in den Jahren 2006 bis 2008 erhebliche Überschüsse erzielen können. Im laufenden Jahr rechnet das EFD trotz Rezession nochmals mit einem Überschuss. Hinzu kommt der gewinnbringende Ausstieg aus dem Hilfsengagement bei der Grossbank UBS.

Die Schuldenentwicklung des Bundes, aber auch die Senkung der Verschuldung bei Kantonen und Gemeinden führt laut Finanzdepartement dazu, dass die Schuldenquote aller öffentlichen Haushalte dieses Jahr bei rund 40 Prozent liegt. Sie ist damit rund einen Fünftel unter dem Wert von 2005. Die Industriestaaten der G-20 hätten für denselben Zeitraum einen Anstieg der Schuldenquote auf rund 100 Prozent verzeichnet, heisst es in der Mitteilung. Die Schuldenquote, die die Bruttoschulden in Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) ausdrückt, sei damit in den G-20-Ländern etwa 2,5 Mal so hoch wie jene der Schweiz. (dapd)

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