Frankreich: Schuldenberg wächst um fast acht Milliarden Euro
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FrankreichSchuldenberg wächst um fast acht Milliarden Euro

Frankreichs Schulden sind seit Ende September um fast acht Milliarden Euro gestiegen. Auch die Wirtschaft legte nur gering zu.

Weihnachtliche Stimmung: Vor den Festtagen waren die französischen Konsumenten wieder spendierfreudiger.

Weihnachtliche Stimmung: Vor den Festtagen waren die französischen Konsumenten wieder spendierfreudiger.

Hohe Schulden wenig Wachstum: Frankreich findet nicht aus der Krise. Die Verbindlichkeiten des Staates wuchsen bis 30. September um 7,8 Milliarden auf 2,0315 Billionen Euro, wie das Statistikamt Insee am Dienstag in Paris mitteilte.

Das entspricht 95,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die EU-Regeln sehen hier eigentlich eine Höchstgrenze von 60 Prozent vor, die aber von den wenigsten Staaten eingehalten wird. Selbst Deutschland liegt mit rund 78 Prozent deutlich über diesem Wert, doch zeigt die Tendenz nach unten. In Frankreich dürfte der Schuldenstand nach Prognose der EU-Kommission dagegen bis 2016 auf 99,8 Prozent wachsen.

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Ein Grund dafür ist die schwache Konjunktur. Das Bruttoinlandprodukt wuchs im dritten Quartal um 0,3 Prozent, nachdem es im Frühjahr noch geschrumpft war. Die Statistikbehörde bestätigte mit den endgültigen Daten eine erste Schätzung von Mitte November. Im Jahresvergleich legte die französische Wirtschaft laut Insee im dritten Quartal wie erwartet um 0,4 Prozent zu.

Nach Prognose der Notenbank hat die nach Deutschland zweitgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone aber am Jahresende wieder an Schwung verloren: Im zu Ende gehenden vierten Quartal dürfte es nur zu einem Plus von 0,1 Prozent reichen. Die EU-Kommission erwartet im Gesamtjahr 2014 nur ein Wachstum von 0,3 Prozent, das 2015 nur leicht auf 0,7 Prozent steigen soll.

Immerhin zeigten sich die französischen Konsumenten zu Beginn des Weihnachtsgeschäftes wieder spendierfreudiger. Ihre Konsumausgaben legten um 0,4 Prozent zu. Ökonomen hatten allerdings ein etwas grösseres Plus erwartet. Im Oktober waren die Ausgaben noch um 0,8 Prozent gesunken. (sda)

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