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Märkte verlierenSchuldenkrise treibt Börsen ins Minus

Griechenland wird sein Defizitziel nicht erreichen. Die Börsen reagierten prompt: Der Nikkei fiel um fast zwei Prozent, die Hongkonger Börse verzeichnete gar einen Rückgang um 3,6 Prozent, der DAX verlor über 2 Prozent, auch der SMI notiert im Minus.

Kein guter Wochenbeginn für Asiens Finanzmärkte

Kein guter Wochenbeginn für Asiens Finanzmärkte

Nach schlechten Vorgaben von der Wall Street hat sich der Abwärtstrend an den asiatischen und europäischen Börsen am Montag fortgesetzt. Auf die Stimmung drückte die Nachricht, dass Griechenland seine Defizitziele verfehlen wird. Der Dax gab im Feiertagshandel um mehr als drei Prozent auf zeitweise 5.289 Zähler ab. An den Devisenmärkten fiel der Euro auf 1,3317 US-Dollar nach 1,3324 am Freitagabend in New York. Auch die Ölpreise kamen unter Druck.

Griechenland wird das für dieses Jahr mit den internationalen Kreditgebern vereinbarte Ziel eines Staatsdefizits von höchstens 7,8 Prozent verfehlen, wie das Finanzministerium in Athen am Sonntag mitteilte. Das Defizit werde vermutlich bei 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Die griechische Wirtschaft dürfte dieses Jahr um weitere 5,5 Prozent schrumpfen, also um deutlich mehr als die zuvor prognostizierten 3,8 Prozent.

Das Defizit werde bei 18,7 Milliarden Euro liegen, hiess es in der Mitteilung vom Sonntag. Geplant war ein Defizit von 17,1 Milliarden Euro. Die asiatischen Märkte reagierten mit Verlusten auf die schlechten Nachrichten aus Athen. Der Nikkei-Index in Japan fiel trotz eines besseren Geschäftsklimas um 1,8 Prozent auf 8.545 Punkte. Der Tankan-Index der japanischen Zentralbank stieg in den vergangenen drei Monaten von einem Wert von minus neun auf zwei, wie am Montag mitgeteilt wurde. Der Hang-Seng-Index in Hongkong brach um 4,5 Prozent auf 16.798 Punkte ein.

In Europa fiel der französische Leitindex CAC-40 um 2,6 Prozent auf 2.906 Punkte. Der britische FTSE 100 notierte um 2,1 Prozent niedriger bei 5.018 Punkten. Auch der Ölpreis gab deutlich nach: Die US-Sorte WTI zur Lieferung im November kostete im elektronischen Handel an der NYMEX 77,83 Dollar.

Euro-Finanzminister beraten über Griechenland und EFSF

Die Finanzminister der 17 Euro-Staaten beraten am Abend in Luxemburg über die nächsten Etappen der Griechenland-Rettung und den Rettungsfonds EFSF. Bislang haben 14 der 17 Euro-Länder der EFSF-Reform zugestimmt. Malta und die Niederlande entscheiden diese Woche über die im Juli beim Euro-Sondergipfel gefassten Beschlüsse. Das knappste Ergebnis wird in der Slowakei erwartet. Das Land wird voraussichtlich als letztes über den EFSF abstimmen. Der EFSF-Ausweitung müssen alle Euro-Staaten zustimmen.

Griechenland sei nach wie vor Hauptgrund für die Angst an den Märkten, sagte Michael Hewson, Marktanalyst bei CMC Markets. Das Treffen der Finanzminister werde das Unvermeidliche, die Zahlungsunfähigkeit des Landes, nur weiter hinauszögern.

Die Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) evaluiert derzeit die Lage in Athen. Sollten die Experten kein grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Tranche von acht Milliarden Euro geben, könnte Griechenland nach eigenen Angaben ab Mitte Oktober seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

(sda)

Japanische Unternehmen sind zuversichtlicher

Das Geschäftsklima in Japan hat sich verbessert. Der «Tankan»-Index der japanischen Zentralbank stieg in den vergangenen drei Monaten von einem Wert von minus Neun auf Zwei, wie das Finanzinstitut am Montag mitteilte. Darin spiegelt sich auch die Erholung der Wirtschaftslage nach dem Erdbeben und Tsunami im März wider. (ap)

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