Aktualisiert 01.06.2010 17:10

Winterthur ZHSchuldspruch gegen Hotelier bestätigt

Ein Winterthurer Autolenker hat bei einem gefährlichen Überholmanöver einen Motorradfahrer angefahren und beinahe zu Fall gebracht. Am Dienstag beteuerte der Gastronom vergeblich seine Unschuld.

von
Attila Szenogrady

Am Schluss der Berufungsverhandlung vergrub der heute 62-jährige Angeklagte sein Gesicht in seinen Händen. Der Winterthurer Hotelier wurde wegen einer groben Verletzung von Verkehrsregeln zu einer bedingten Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu 80 Franken sowie 800 Franken Busse verurteilt. Zudem soll er sämtliche bisher aufgelaufene Gerichtskosten von insgesamt 7 700 Franken tragen. Nicht zuletzt die Kosten seines unterlegenen Rechtsanwalts.

Kollision mit Motorrad

Fest steht, dass der Winterthurer am 22. April 2007 mit seinem Personenwagen der Marke Mercedes von Rikon aus über die Tösstalstrasse in Richtung Turbenthal fuhr. Er stand unter Zeitdruck, da er am Nachmittag für ein Fahrradrennen ein Rad abgeben musste. Plötzlich befand er sich hinter vier Motorrädern, die gemütlich über den Asphalt rollten.

Nach kurzer Zeit musste der Angeklagte nur noch das vorderste Zweirad überholen. Allerdings befand er sich bereits ausserhalb der Gemeinde und musste seine Geschwindigkeit auf der Gegenfahrbahn massiv erhöhen. Dann passierte es: Es tauchte plötzlich Gegenverkehr auf. Mit der Folge, dass der Gastronom brüsk nach rechts schwenken musste und dadurch den Motorradlenker abdrängte. Noch schlimmer: Es kam sogar zu einer Kollision mit dem Kupplungshebel des Geschädigten, der einen drohenden Sturz gerade noch verhindern konnte.

Vergeblich Unschuld beteuert

Über drei Jahre später stand der Hotelier vor dem Zürcher Obergericht und beteuerte immer noch seine Unschuld. Bereits das Bezirksgericht Winterthur hatte ihn aber im Mai 2009 wegen eines groben Verkehrsdeliktes zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 80 Franken verurteilt. Es hatte ihm ein rücksichtsloses Fahrverhalten angelastet.

Zu Unrecht, beschwerte sich der Angeklagte vor Obergericht und führte aus, dass der Motorradlenker absichtlich beschleunigt und mittels Bremsmanövern gefährliche «Spielchen» mit ihm getrieben habe. Der Verteidiger verlangte einen vollen Freispruch und stellte den Prozessgegner als den wahren Schuldigen hin.

Allerdings ohne Erfolg. So glaubten auch die Oberrichter dem Motorradlenker und hielten ihm konstante Darstellungen der Ereignisse zugute. Im Gegensatz zum Autofahrer, der in der Untersuchung durch ein nicht einheitliches Aussageverhalten und Widersprüche aufgefallen sei. Der Angeklagte habe beispielsweise in einem ersten Polizeirapport noch nichts von «Spielchen» oder Bremsmanövern des Töfflenkers berichtet, sagte Oberrichter Roland Schmid dazu. Diese Version sei er später aufgetaucht.

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