Schuldspruch gegen Wiler Messerstecher
Aktualisiert

Schuldspruch gegen Wiler Messerstecher

Der 21-jährige Mazedonier, der vor drei Jahren in Wil einen Schweizer mit Messerstichen tödlich verletzt hatte, ist der vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen worden.

Das Strafmass ist noch offen. Zuerst ist ein psychiatrisches Zusatzgutachten nötig.

Dies teilte am Mittwoch das Kreisgericht Alttoggenburg-Wil mit, das den Fall vergangene Woche verhandelt hatte. Über eine allfällige Zuchthausstrafe, eine Verwahrung des Täters oder eine andere Massnahme will das Gericht erst nach Vorliegen des neuen psychiatrischen Gutachtens entscheiden.

Der Staatsanwalt hatte für den Angeklagten, der zur Tatzeit 18 Jahre alt war, zwölf Jahre Zuchthaus und Verwahrung gefordert. Der Verteidiger kritisierte das erste psychiatrische Gutachten und verlangte ein Obergutachten.

Der Fall liegt knapp drei Jahre zurück: Kurz vor Weihnachten 2000 lieferten sich beim Bahnhof Wil mehrere Männer eine Schlägerei. Dabei starb ein 35-Jähriger Mann an den Folgen von Messerstichen. Der Täter legte kurz nach der Tat ein Geständnis ab, widerrief es später aber zum Teil.

Witwe des Opfers erhält 65 000 Franken

Laut dem Teil-Urteil muss der Verurteilte der Witwe des Opfers 15 000 Franken Schadenersatz und 50 000 Franken Genugtuung bezahlen. Das Kreisgericht schützte die entsprechenden Forderungen.

Der Verurteilte war 1994 in die Schweiz gekommen. Er wurde von der öffentlichen Schule gewiesen, weil er Gewalt gegen Mitschüler ausübte. 1999, als 16-Jähriger, verletzte er einen Mann mit einem Messer. Laut Zeugen soll er weitere Gewalttaten begangen haben. (sda)

Deine Meinung