Aktualisiert 01.06.2010 22:24

WMSchulen haben kein Erbarmen

Während die Schweizer Nati an der WM spielt, müssen viele Schüler im Unterricht sitzen oder für Prüfungen büffeln. Schulfrei für die Nachmittagsspiele ist kein Thema.

von
Andrea Schmits

Die letzte Schulstunde verschieben, um die beiden ersten Schweiz-Spiele gegen Spanien und Chile um 16 Uhr nicht zu verpassen – das kommt für die Bildungsdepartemente der grossen Deutschschweizer Kantone gar nicht in Frage.

«Der reguläre Unterricht muss auch während der WM stattfinden», sagt etwa Johannes Kipfer vom Bildungsdepartement Bern. «Wir können die Kinder nicht einfach nach Hause lassen. Die Eltern sind auf die Schule angewiesen.» Es sei zwar möglich, die Spiele gemeinsam im Unterricht zu schauen – diese Entscheidung liege aber im Ermessen der Lehrer.

Peter Wittwer vom Erziehungsdepartement Basel-Stadt setzt auf solche «kreativen Lösungen». Schliesslich mache es keinen Sinn, wenn die Schüler unter dem Pult den Match auf dem Handy schauten.

Auch über die Menge der Hausaufgaben oder das Ansetzen von Prüfungen während der WM können die Lehrer selbst entscheiden. Hier ist man in Zürich besonders hart: «Prüfungstermine kennt man in der Regel lange vorher. Wenn eine Prüfung am Morgen nach einem Match ansteht, müssen die Schüler eben in den Tagen vorher pauken», sagt Martin Wendelspiess vom Zürcher Volksschulamt. So lernten die Schüler auch, sich die Arbeit besser einzuteilen.

Während der Heim-EM 2008 waren die Schulen noch kulanter: Damals hatte der Präsident des Lehrerverbandes, Beat W. Zemp, von seinen Kollegen gefordert, nach allen Schweiz-Spielen auf Prüfungen zu verzichten.

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