Aktualisiert 28.05.2020 14:49

Zentralschweiz

Schüler bleiben im Heimunterricht wegen Platznot in Schulen

Das Verbot des Präsenzunterrichts wird auch an weiterführenden Schulen per 8. Juni aufgehoben. Zentralschweizer Gymnasiasten und Berufsschüler müssen aber weiterhin von zu Hause aus die Schulbank drücken. Grund sind Platzmängel für den Mindestabstand.

von
Nathan Keusch
1 / 8
In Obwalden bleiben die weiterführenden Schulen wegen der Corona-Pandemie noch länger zu.

In Obwalden bleiben die weiterführenden Schulen wegen der Corona-Pandemie noch länger zu.

Foto: Keystone-sda.ch
Betroffen sind das Beruf- und Weiterbildungszentrum sowie die Kantonsschule Obwalden….

Betroffen sind das Beruf- und Weiterbildungszentrum sowie die Kantonsschule Obwalden….

bwz-ow.ch
…  und die weiterführenden Schulen in den kantonen Schwyz und Luzern wie die Kantonsschule Alpenquai

… und die weiterführenden Schulen in den kantonen Schwyz und Luzern wie die Kantonsschule Alpenquai

Nadia Christ (Hochschule Luzern – Technik & Architektur)

Darum gehts

  • Per 8. Juni darf an allen Schulen wieder Präsenzunterricht stattfinden.
  • Beim Unterricht muss der Mindestabstand jedoch gewahrt werden.
  • An vielen Zentralschweizer Kantons- und Berufsschule ist das ein Ding der Unmöglichkeit, sagen die Behörden.
  • Die Schüler müssen weiterhin daheim bleiben.

Der Bundesrat hat am Mittwoch das Verbot des Präsenzunterrichts an den nachobligatorischen Schulen per 8. Juni aufgehoben. Allerdings muss der Präsenzunterricht unter Wahrung der Zwei-Meter-Regel durchgeführt werden, und pro Person muss eine Fläche von vier Quadratmetern zur Verfügung stehen.

Kein Platz für regulären Unterricht

Ein ordentlicher Präsenzunterricht sei unter diesen Bedingungen an den nachobligatorischen Schulen im Kanton Obwalden wegen der räumlichen Begebenheiten nur eingeschränkt möglich, teilte das Bildungs- und Kulturdepartement mit. Die Aufnahme des Schulbetriebs sei für die meisten Schulen nicht umsetzbar. An den Obergymnasien und am Berufs- und Weiterbildungszentrum werde deswegen am Fernunterricht festgehalten.

Zum selben Schluss sind auch die Kantone Luzern und Schwyz gekommen. An den Weiterführenden Schulen in Luzern sei ordentlicher Präsenzunterricht aus räumlichen und organisatorischen Gründen unter Einhaltung der Social-Distancing-Vorgaben nicht möglich. Auch in Schwyz scheitere die Wiederaufnahme des regulären Schulbetriebs faktisch an der Distanzregel. Dies teilen die jeweiligen Bildungsdepratements am Donnerstag mit.

Ordentlicher Unterricht erst nach Sommerferien

«Wir wollen in den Schulen möglichst bald einen geregelten Präsenzunterricht anbieten», sagt der Luzerner Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann. «Aber selbstverständlich müssen wir die aktuellen Sicherheitsvorgaben des Bundes einhalten.» Deshalb werde bis zum Ende dieses Schuljahres in den Gymnasien und Berufsschulen weiterhin grundsätzlich Fernunterricht stattfinden. Für Prüfungen, Übungen in kleineren Gruppen, Einzelgespräche oder vereinzelte Lehrveranstaltungen sollen die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen ins Schulhaus kommen können.

Der Fernunterricht habe sich gut eingespielt und bewährt, sagt der Obwaldner Bildungsdirektor Christian Schäli (CSP). Er hofft aber, dass nach den Sommerferien an allen Obwaldner Schulen der Präsenzunterricht wieder möglich sein wird. Die Zeit bis zu den Sommerferien wollen die Kantone und Schulleitungen nutzen, um die Form des Unterrichts sowie entsprechende Schutzkonzepte des nächsten Schuljahres zu evaluieren und festzulegen. Dieses Szenario hänge auch von der Entwicklung der Corona-Pandemie und dem Verlauf der Fallzahlen ab, teilt das Luzerner Bildungs- und Kulturdepartement mit.

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.