Kanton Luzern: Schulen müssen für zu kleine Klassen büssen
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Kanton LuzernSchulen müssen für zu kleine Klassen büssen

Wenn Schulklassen ab dem Schuljahr 2020/21 nicht die erwünschte Zahl Schüler erreicht, muss die entsprechende Gemeinde dem Kanton bis zu 12'500 Fr. pro Klasse zahlen.

von
jab
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Die Klassenplanung für das Schuljahr 2020/21 stellt Luzerner Volksschulen vor eine Herausforderung. (Symbolbild)

Die Klassenplanung für das Schuljahr 2020/21 stellt Luzerner Volksschulen vor eine Herausforderung. (Symbolbild)

Monika Skolimowska
Für jede Klasse, die nicht der minimalen Anzahl Schüler entspricht, wird eine Busse erhoben, die an den Kanton gezahlt werden muss. Eine Kindergarten- und Basisstufenklasse, die zu klein ist kostet die Gemeinde 7500 Franken. (Symbolbild)

Für jede Klasse, die nicht der minimalen Anzahl Schüler entspricht, wird eine Busse erhoben, die an den Kanton gezahlt werden muss. Eine Kindergarten- und Basisstufenklasse, die zu klein ist kostet die Gemeinde 7500 Franken. (Symbolbild)

Keystone/Christian Beutler
Für eine zu kleine Primarklasse muss 10'000 Fr. und für die Sekstufe gar 12'500 Franken gezahlt werden. (Symbolbild)

Für eine zu kleine Primarklasse muss 10'000 Fr. und für die Sekstufe gar 12'500 Franken gezahlt werden. (Symbolbild)

Keystone/Christian Beutler

Luzerner Volksschulen stehen momentan unter Druck. Die Klassenplanung für das Schuljahr 2020/21 stellt sie vor eine Herausforderung, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet.

Für jede Klasse, die die festgelegte Minimalzahl Schüler nicht erreicht, wird eine Busse erhoben, die an den Kanton gezahlt werden muss. Eine Kindergarten- und Basisstufenklasse, die zu klein ist, kostet die Gemeinde 7500 Franken. Für eine Primarklasse muss 10'000 Franken gezahlt werden, in der Sekundarschulstufe steigt der Betrag gar auf 12'500 Franken.

Mindestenanzahl Schüler

Die Mindestanzahl Schüler in einer Kindergarten- und Basisstufenklasse beträgt 16 Schüler, ebenfalls in der Primarstufe.

In der Sek muss eine Klasse aus mindestens 15 (Niveau A und B) beziehungsweise 12 (Niveau C) Schülern bestehen.

Keine Zustimmung von Schulen

Bei Luzerner Schulrektoren stösst die Reform jedoch auf wenig Zustimmung. «Es ist für uns eine nahezu unlösbare Aufgabe, Unterbestände zu vermeiden», sagt Lukas Bucher, Rektor der Schule Triengen. Er betont gegenüber der «LZ» die pädagogischen Vorteile, die kleinere Klassen mit sich bringen – gerade wenn Kinder mit Sonderschulbedarf integriert werden sollen. Viele Schüler mit Migrationshintergrund bräuchten an der Schule Triengen Unterstützung: «In einem Klassenverbund von 24 Kindern leidet die individuelle Förderung massiv», so Bucher. Auch in Emmen und Neuenkirch hält man nicht viel von der neuen Regelung.

«Möglichkeiten für pädagogisch sinnvolle Lösungen»

Charles Vincent, der kantonale Dienststellenleiter Volksschulbidung, betonte, dass die Zahlungen nicht pädagogisch motiviert seien, sondern aus finanziellen Gründen eingeführt würden. Dass grössere Klassen nicht optimal seien, bestätigte Vincent. Aber: «Es gibt durchaus Möglichkeiten, um pädagogisch sinnvolle Lösungen zu realisieren.» So könnten zum Beispiel altersgemischte Klassen oder Lernateliers in der Sekstufe eingeführt werden.

Bruno Rudin, Rektor der Schule Emmen, ist da anderer Meinung: «Altersdurchmischtes Lernen ist ein pädagogisches Konzept und soll nicht aus Struktur- und Organisationsgründen realisiert werden.»

Angebots- und Finanzreform verantwortlich

Grund für die Busseneinführung war die Aufgaben- und Finanzreform 18, kurz AFR 18, die im Mai 2019 von der Luzerner Stimmbevölkerung angenommen wurde.

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