Stadt Zürich – Schulhäuser sollen genderneutrale Toiletten erhalten
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Stadt ZürichSchulhäuser sollen genderneutrale Toiletten erhalten

Unisex-Toiletten sollen im Kanton nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein. Das Zürcher Immobilienamt überarbeitet die entsprechenden Raumstandards für Schulbauten.

von
Samina Stämpfli
Wenn sich der Zürcher Stadtrat im kommenden Sommer dafür ausspricht, gehört die Stadt zu den Vorreiterinnen in der Schweiz. (Archivbild)

Wenn sich der Zürcher Stadtrat im kommenden Sommer dafür ausspricht, gehört die Stadt zu den Vorreiterinnen in der Schweiz. (Archivbild)

AFP

Die strikte Unterteilung in Männer- und Frauentoiletten an Zürcher Schulen soll der Vergangenheit angehören. Wie das Immobilienamt der «NZZaS» (Bezahlartikel) bestätigt, überarbeitet es derzeit die Raumstandards für Schulbauten. Die Option, der Schülerschaft dabei eine geschlechterneutrale Toilette anzubieten, werde derzeit geprüft, schreibt die Zeitung weiter.

Falls sich der Zürcher Stadtrat Mitte 2022 für das Anliegen ausspricht, würde die Stadt Zürich zu den Vorreiterinnen gehören. Verschiedene von der «NZZaS» angefragte Städte haben keine derartigen Pläne auf der Stufe obligatorische Schule – ausser in Luzern, wo der Stadtrat eine Einführung von geschlechterneutralen Garderoben sowie Unisex-WCs plant. «Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Anteile junger Trans- oder Intersexmenschen höher liegt, als die statistischen Zahlen vermuten lassen», schreibt dieser in seiner Antwort auf den Vorstoss.

Schon heute verfügen gewisse Bildungsinstitutionen im Kanton über entsprechende Toiletten

Im Kanton Zürich ist schon heute bei Neubauten vorgeschrieben, dass hindernisfreie Toiletten miteinzuplanen sind, die «von Menschen jeglicher Geschlechtsidentität genutzt werden» können. Die ETH und die Uni Zürich verfügen schon über entsprechende Toiletten.

Das Transgender-Netzwerk Schweiz begrüsst die Bestrebungen gegenüber der «NZZaS». Es gehe darum, inter­geschlechtliche und Trans-Kinder vor Gewalt und vor Ausschluss zu schützen, was leider bereits in der Primarschule vorkomme.

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