Schulkreis Uto: Statt Zoff Kurzfilme über Mobbing
Aktualisiert

Schulkreis Uto: Statt Zoff Kurzfilme über Mobbing

Im Problem-Schulkreis Uto übten sich vier Oberstufenklassen im Ausgrenzen – für die Kamera: Am Donnerstag haben vier Kurzfilme Premiere.

«Eine Szene musste ich 13-mal spielen», sagt Erion. «Mit jedem Mal wurde es schwieriger.» Der 14-Jährige fand sich in einer für ihn ungewohnten Rolle wieder: Als Ausgrenzungsopfer wurde er «fertiggemacht» – wenn auch nur für die Filmkamera. Alltag auf dem Pausenplatz: Mobbing wegen Herkunft, Style oder einfach, weil jemand ein Streber ist.

Für ihre selbstgeschriebenen, teils auf eigenen Erlebnissen basierenden Drehbücher stiegen die Schüler in ihnen fremde Rollen. «Rochade – Anders als die andern» heisst das Projekt, an dem vier Klassen des Wollishofer Schulhauses Hans Asper teilgenommen haben. Es gehört zum Schulkreis Uto, der auch während der Projektwochen immer wieder in die Schlagzeilen kam. Etwa wegen der «Terrorklasse» im Schulhaus Borrweg, die mehrere Lehrer aus dem Job mobbte. «Extremfälle kann das Filmprojekt nicht verhindern», sagt Projektleiter André Affentranger. «Aber es kann dazu beitragen, solchen Ausreissern die Basis zu entziehen.»

«Jeder grenzt aus, das ist normal», sagt Mary (14). «Aber seit wir den Film gemacht haben, ist es viel ruhiger geworden auf dem Pausenplatz.» Dieser Meinung ist auch Erion: «Klar habe ich andere ausgegrenzt – aber das war früher.»

Adrian Schulthess

Premiere: Donnerstag, 21. Juni, 20 Uhr, Kirchgemeindehaus Wollishofen, Hauriweg 21.

Ein Filmprojekt zu den Themen Integration, Gruppendruck, Banden-Rivalität, etc. soll Problemklassen zur Räson bringen. Glauben Sie, dass diese Massnahme Erfolg hat?

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