Aktualisiert

Vielseitiges EngagementSchulpräsident wird Bordellbesitzer

Der oberste Schulaufseher von Turbenthal baut mit seinem Sohn ein Wohnhaus zu einem Puff um. Damit mache er die höchsten Profite, sagt der Schulpräsident. Die Schulpflege findet das okay.

von
job
Schulpräsident verkauft Liebe: Das künftige Puff an der Zürcherstrasse 308 in Winterthur-Töss.

Schulpräsident verkauft Liebe: Das künftige Puff an der Zürcherstrasse 308 in Winterthur-Töss.

Das Puff soll Familiensache werden: Peter Favre, der Senior, hat zusammen mit Alexander Favre, dem Junior, ein rotes Haus an der trostlosen Zürcherstrasse in Winterthur-Töss gekauft.

Daraus wollen sie nun ein Puff bauen, wie der «Landbote» heute berichtet: In den drei Stockwerken sollen neun Sex-Zimmer entstehen.

An sich keine grosse Sache. Blöd nur, dass Senior Peter Favre neben seinen Ambitionen als Sex-Unternehmer auch ein öffentliches Amt ausführt, das in diesem Zusammenhang ein wenig quersteht.

Aufsicht über neun Schulhäuser

Peter Favre ist nämlich Präsident der Primarschule in der Winterthurer Gemeinde Turbenthal. Er führt die Aufsicht über neun Schulhäuser und Kindergärten.

Favre hat mit seinem Engagement im Rotlichtgeschäft scheinbar kein Problem. «Jeder kann sein Geld so anlegen, wie er will», sagt er gegenüber dem «Landboten». Und ein Puff schenke halt am meisten ein.

Schulpflege sagt: No Problemo

Die Sprecherin der Schulpflege, Sandra Eberle, lässt ausrichten: «Die private Tätigkeit von Peter Favre hat seine Arbeit als Schulpräsident nie tangiert.» Diese Sache betreffe alleine ihn und die Stadt Winterthur, welche über das Baugesuch entscheiden muss. Weitere Fragen bleiben unbeantwortet.

Bekannt scheint Gublers Vorhaben in Turbenthal nicht gewesen zu sein. Der langjährige Turbenthaler Gemeinderat René Gubler aber sagt zu 20 Minuten Online: «Ich wusste nichts davon.»

Keine Freude in Töss

Die Tössemer jedenfalls sind nicht begeistert vom Projekt. Zwei Tage, bevor Sohn und Vater Favre das Baugesuch fürs Puff einreichten, übergaben die Tössemer eine Petition mit über 800 Unterschriften dem Winterthurer Polizeistadtrat Michael Künzle mit der Aufforderung, etwas zu tun gegen das florierende Sex-Gewerbe im Stadtteil Töss.

Monika Imhof, Präsidentin der Einwohnerorganisation «Tösslobby», sagte zu 20 Minuten Online: «Wir arbeiten darauf hin, dass die Zürichstrasse aufgewertet wird. Wenn immer mehr Bordelle entstehen, wird das natürlich schwierig.»

Deine Meinung