Fall Rupperswil: Schulpsychologen machen keine Hausbesuche
Aktualisiert

Fall RupperswilSchulpsychologen machen keine Hausbesuche

Mit einer List schaffte es Thomas N. ins Haus seiner Opfer in Rupperswil. Schulpsychologen warnen: «Wir gehen nie so vor.»

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In einem Rucksack, den die Polizei bei der Durchsuchung im Haus des Täters fand, fanden sich eine Pistole, Fesseln und Klebeband. (13. Mai 2016)

In einem Rucksack, den die Polizei bei der Durchsuchung im Haus des Täters fand, fanden sich eine Pistole, Fesseln und Klebeband. (13. Mai 2016)

Die Gerichtszeichnung zeigt Thomas N. zusammen mit Verteidigerin Renate Senn (rechts).

Die Gerichtszeichnung zeigt Thomas N. zusammen mit Verteidigerin Renate Senn (rechts).

epa/Walter Bieri
Das Bezirksgericht Lenzburg tagt in den Räumlichkeiten der Mobilen Polizei in Schafisheim – unweit des Tatorts in Rupperswil.

Das Bezirksgericht Lenzburg tagt in den Räumlichkeiten der Mobilen Polizei in Schafisheim – unweit des Tatorts in Rupperswil.

Yannick Wiget

Thomas N. gab sich als Schulpsychologe aus, um in das Haus seiner Opfer in Rupperswil zu gelangen. Das geht aus der Anklageschrift hervor, die gestern veröffentlicht wurde. In der «Aargauer Zeitung» halten Schulpsychologen nun fest: «Wir machen keine Hausbesuche.»

«Die Eltern sollen wissen: Wir gehen nie so vor», sagt Dominik Wicki, Leiter des Schulpsychologischen Dienstes Solothurn, zur Zeitung. «Manchmal treffen wir Eltern im Schulhaus, meistens aber auf der Regionalstelle.» Auch Simone Strub, Sprecherin des Schulpsychologischen Dienstes des Kantons Aargau, sagt: «Wir machen keine Hausbesuche. Schon gar keine unangekündigten.»

Weitere Taten geplant

Thomas N. hatte nach dem Vierfachmord weitere ähnliche Taten geplant. Bereits ausgespäht hatte er je eine Familie in den Kantonen Bern und Solothurn. Er rief diese sogar an. Auf die Familien war er über Recherchen im Internet gestossen. Dort hatte er nach Knaben im Alter von 11 bis 15 Jahren gesucht, die dem ermordeten 13-Jährigen ähnlich sahen.

Der Angeklagte hatte seine Pläne in einem Notizbuch festgehalten. Auch die Namen von 11 Knaben im Alter von 11 bis 14 Jahren waren aufgeführt. Zudem hatte er ein weiteres Schreiben verfasst, das ihn als Schulpsychologen auswies.

Nur einen Tag vor der Verhaftung in Aarau im Mai 2016 war der Mann mit dem Auto seiner Mutter im Wohnquartier der Solothurner Familie unterwegs gewesen.

Heute beginnt der Prozess gegen Thomas N. 20 Minuten berichtet live.

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