Aktualisiert 07.10.2014 10:24

HirnspezialistSchumachers Arzt soll Bianchi behandeln

Formel-1-Pilot Jules Bianchi kämpft weiter um sein Leben. Nun ist medizinische Verstärkung in Japan eingetroffen.

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Bianchis Zustand sei kritisch, aber stabil, teilte der Internationale Automobilverband mit. Es war die einzige bestätigte Information, die gestern das Spital in Mie nahe der Rennstrecke in Suzuka verliess. Statements zur gesundheitlichen Verfassung des Franzosen gebe es erst, wenn diese angemessen seien. Zuvor kursierten Spekulationen über eine zweite Operation, weil es zu weiteren Blutungen im Kopf gekommen sei. Dass die FIA dann doch eine leichte Entwarnung gab, spricht zumindest für eine kleine Verbesserung.

Aufruhr herrschte ebenfalls, als im Internet Privataufnahmen des Unfalls auftauchten, den die TV-Kameras nicht eingefangen hatten. Dabei sieht man die immense Wucht des Aufpralls, mit der der Marussia in die Rück- beziehungsweise Unterseite des Bergungskrans einschlug. Zu diskutieren wird bestimmt noch die grüne Flagge geben, die im Video geschwenkt wird - was so viel wie freie Bahn bedeutet. Der FIA sollen weitere Aufnahmen vorliegen, die Bilder werden wohl aus Respekt vor dem 25-jährigen Franzosen und seiner Familie zurückgehalten.

Neue Informationen erwartet

Am Montag sind Bianchis Eltern in Japan eingetroffen, am Dienstag wird zudem medizinische Hilfe aus der Heimat erwartet: der auf Hirnverletzungen spezialisierte Professor Gérard Saillant. Der Experte war zu Beginn des Jahres in die Behandlung Michael Schumachers involviert. Erst nach Gesprächen mit dem 69 Jahre alten Mediziner sind neue Informationen zum Gesundheitszustand des 25-jährigen Franzosen zu erwarten. Dies hatte Bianchis Vater Philippe bereits angekündigt.

Saillant war auch nach Schumachers Skiunfall direkt zu Beratungen mit den behandelnden Medizinern nach Grenoble gefahren. Er hatte Schumacher unter anderem 1999 nach dessen Unfall in Silverstone operiert, bei dem sich der Deutsche einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen hatte. Saillant ist Präsident des Gehirn- und Rückenmarks-Instituts in Paris. (als/si)

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