Aktualisiert 31.12.2013 10:21

Schwerer Skiunfall

«Schumachers Helm war gespalten»

Michael Schumacher (44) liegt im Spital in Grenoble. Während die Ärzte seinen kritischen Zustand betonen, verrät ein Retter, dass Schumachers Helm nach dem Sturz vollkommen zerstört war.

von
pwe

Nach seinem schweren Skiunfall befindet sich Michael Schumacher (44) weiterhin in «ausserordentlich ernstem Zustand». Der Deutsche liegt auf der Intensivstation des Unispitals von Grenoble im künstlichen Koma. Nach einer ersten Pressekonferenz am Montag wollen Schumachers Ärzte heute erneut über den Zustand des siebenfachen Champions informieren.

Derweil werden weitere Details zu dem schweren Unfall bekannt. Gemäss der «Bild»-Zeitung war Schumachers Aufprall so heftig, dass sein Helm zerbrach. Diese Meldung bestätigte eine Quelle aus ermittlungsnahen Kreisen. «Als wir zur Unfallstelle kamen, war sein Helm gespalten. Man konnte viel Blut sehen», zitiert die Zeitung einen Retter.

Notoperation wegen Bluterguss

Wirkliche Neuigkeiten konnten und durften die Ärzte an der Pressekonferenz nicht bekannt geben. Schumacher wurde am Sonntag nach der Überführung von Albertville-Moûtiers nach Grenoble notoperiert, nachdem ein Bluterguss zwischen Hirn und Schädeldecke sowie eine Hirnprellung festgestellt worden waren.

Durch die Verlegung ins künstliche Koma und weitere medizinische Massnahmen wurde - wie bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma üblich - verhindert, dass sich im Gehirn zu viel Druck aufbauen kann. Zudem kann dadurch die Körpertemperatur des verunfallten Patienten bei 34 bis 35 Grad reguliert werden.

Zu den Überlebenschancen und zum Heilungsverlauf wollten sich die Mediziner nicht äussern. «Es ist viel zu früh, um irgendeine Prognose abzugeben», sagte der leitende Anästhesist Jean-François Payen. «Wir können die Zukunft nicht voraussagen.»

Gute Fitness könnte zu Schumis Vorteil sein

Gemäss Traumaspezialist Gérard Saillant, der Schumacher 1999 nach einem Formel-1-Rennunfall in Silverstone am gebrochenen Schien- und Wadenbein operiert hatte, könnten das Alter - Schumacher wird am 3. Januar 45 Jahre alt - und die gute Fitness zum Vorteil des Patienten sein. «Wir sind beunruhigt über seinen Zustand», sagte der Professor, der allerdings betonte, nicht als behandelnder Arzt, sondern als Freund des ehemaligen Piloten zu sprechen.

Weitere Informationen wollte das Spital «je nach Entwicklung» abgeben. Aus Rücksicht auf die Familie, die sich im steten Austausch mit der renommierten Klinik befindet, wurden auch keine Informationen zu den genauen Verletzungen bekannt gegeben.

Ohne Helm hätte Schumi nicht überlebt

Schumacher war am Sonntagmorgen beim Skifahren in Méribel mit der rechten Seite des Kopfs auf einen Felsen geprallt. Die Ärzte sagten aus, dass jemand ohne Helm diesen Unfall nicht überlebt hätte. «Der Aufprall muss mit hoher Geschwindigkeit erfolgt sein.»

Gemäss verschiedenen Medienberichten soll Schumacher mit seinem 14-jährigen Sohn abseits der Piste gestürzt sein. Der Gesundheitszustand muss sich rapide verschlechtert haben: Beim Eintreffen der Rettungskräfte war der 44-jährige Deutsche offenbar noch bei Bewusstsein, bei der Einlieferung in Albertville-Moûtiers bereits nicht mehr. Er habe nicht auf Fragen geantwortet und die Extremitäten hätten sich unkontrolliert bewegt.

Von Amtes wegen hat die Staatsanwaltschaft in Albertville gemäss der Gebirgsgendarmerie eine Untersuchung eingeleitet. Das Ziel ist es herauszufinden, unter welchen Umständen es zum Unfall kommen konnte und was der Auslöser dafür war.

Lesen Sie die gesamte Pressekonferenz in unserem Live-Ticker nach

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