«Schlecht gesichert»: Schumi-Unfall – Anwalt geht auf Pistenchefs los
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«Schlecht gesichert»Schumi-Unfall – Anwalt geht auf Pistenchefs los

Schumachers Helmkamera filmte seinen schweren Sturz. Geben die Bilder Hinweise zur Unfallursache? Am Mittwoch um 11 Uhr wird die Staatsanwaltschaft informieren.

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bee/wed

Die Helmkamera des ehemaligen Rennfahrers Michael Schumacher lief zum Zeitpunkt seines schweren Skiunfalls in Frankreich. Dies haben Ermittler bestätigt, wie der «Spiegel» schreibt. Es handle sich um ein «wichtiges Dokument», das Aufschluss über die Details des Sturzes geben kann.

Schumachers Familie hatte die Aufnahmen den Ermittlern zur Verfügung gestellt. Sie erhofft sich dadurch, genauere Hinweise zum Unfallhergang zu erhalten.

«Verlassen Sie die Klinik»

Die Ehefrau des lebensgefährlich verletzten Michael Schumacher hat sich am Dienstag mit einer Erklärung an die Journalisten gewandt, wie «Focus» berichtet: «Bitte unterstützen Sie uns in unserem gemeinsamen Kampf mit Michael. Es ist mir wichtig, dass Sie die Ärzte und das Krankenhaus entlasten, damit diese in Ruhe arbeiten können – vertrauen Sie bitte deren Statements und verlassen Sie die Klinik. Bitte lassen Sie auch unsere Familie in Ruhe.» Laut Schumachers Managerin Sabine Kehm, die das Schreiben verbreitete, wird dies das einzige Statement von Corinna Schumacher bleiben.

Anwalt beschuldigt Pistenbetreiber

In der Zwischenzeit hat sich der französische Anwalt Edouard Bourgin gemeldet, der auf Fragen in Bezug auf Personenschäden spezialisiert ist. Er macht die Betreiber der Skipiste in Méribel indirekt für den Unfall verantwortlich. «Nach einer 2001 festgelegten Norm für Pistenkennzeichnung hätten die Betreiber die Abseitspiste besser kennzeichnen müssen», sagt Bourgin gegenüber der französischen Tageszeitung «Le Figaro».

Die vorhandenen Fähnchen hätten durch ein Seil oder Netz miteinander verbunden sein müssen. Wenn es nach objektiven Faktoren gehe, müsse Méribel gar verurteilt werden für diese Sicherheitsmängel.

Verwirrung um Gesundheitszustand

Über den aktuellen Gesundheitszustand von Michael Schumacher herrscht weiterhin Verwirrung. Diverse Medien berichteten am Montag, dass Schumacher nicht mehr in Lebensgefahr schwebe. Die Managerin dementierte dies aber in der Nacht auf Dienstag. «Ich kann nicht bestätigen, geäussert zu haben, dass er sich nicht mehr in Lebensgefahr befindet», so Kehm.

Details zum Unfall

Die Staatsanwaltschaft wird am Mittwoch im Justizgebäude von Albertville (Fr) über den Hergang des Skiunfalls von Michael Schumacher informieren. Die Medienkonferenz beginnt um 11 Uhr.

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