Aktualisiert 26.10.2008 21:57

«Labelsex»Schutz für Kinder verstärken

Sex fürs teure Outfit: Der Kinderschutz Schweiz schlägt Alarm. Prostitution dürfe erst ab 18 Jahren erlaubt sein. Sonst drohe die Schweiz zum Ziel von Teenie-Sextouristen zu werden.

von
David Torcasso

Der Druck fängt schon auf dem Pausenplatz an: Die Tasche muss von Prada sein, die Schuhe von Gucci und das Top von Dolce­&­Gabbana. Um sich solch sündhaft teure Mode leisten zu können, verkaufen immer mehr junge – auch minderjährige – Mädchen ihren Körper. Ihre Freier suchen sie auf ­Webseiten oder in edlen Zürcher Party-Clubs. «Labelsex» nennt man die Gelegenheitsprostitution fürs Outfit.

Was in Ländern wie Deutschland, Österreich, Frankreich und Liechtenstein bald per Gesetz verboten wird – Pros­titution ab 16 – ist in der Schweiz legal. Der Kinderschutz Schweiz schlägt nun Alarm und fordert laut «SonntagsZeitung», die Gesetzgebung auch hierzulande anzupassen. «Ansonsten entwickelt sich die Schweiz zum Paradies für Teenie-Sex­touristen», sagt Ruth-Gaby Vermot vom Kinderschutz Schweiz gegenüber 20 Minuten.

«Unsere lasche Gesetz­gebung würde auch Freier aus dem Ausland in die Schweiz locken, die wüssten, dass sie hier ohne Bestrafung Sex mit Minderjährigen konsumieren können», sagt Vermot. «Mädchen, die sich privat anbieten, haben null Schutz und sind den Freiern völlig ausgeliefert.» Diese Gesetzeslücke müsse so rasch wie möglich geschlossen werden. «Jugendliche haben in der Prostitution nichts ver­loren.»

Puffs buhlen um 16-Jährige

Auch Bordelle stellen im Kampf um Freier minderjährige Mädchen ein. Die Behörden können aber Bordellbesitzer, die Minderjährige einstellen, wegen «Förderung von Prostitution» ahnden. Zudem brauchen minderjährige Prostituierte einen Arbeitsvertrag, der von den Eltern unterzeichnet werden muss. Bieten sie ihre Dienste privat in einer Wohnung an, muss der Mietvertrag von den Erziehungsberechtigten unterzeichnet werden.

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