Aktualisiert 04.06.2015 20:22

150 Tote

Schutz vor Regen wurde zur tödlichen Falle

Dutzende Menschen sind bei einer Explosion in Ghanas Hauptstadt ums Leben gekommen. Der gewählte Unterschlupf wurde ihnen zum Verhängnis.

von
kko

Nach einer Explosion an einer Tankstelle im westafrikanischen Ghana ist die Zahl der Opfer auf mindestens 150 gestiegen. Das gab Präsident John Mahama am Donnerstag bekannt.

Zuvor war von mindestens 73 Toten die Rede. Zu dem Unglück in der Hauptstadt Accra kam es nach Behördenangaben, als Treibstoff bei heftigen Überflutungen in ein Feuer in der Nähe geschwemmt wurde. Durch die Detonation wurden auch umliegende Gebäude in Brand gesetzt. Auch ein vollbesetzter Bus, der am Unglücksort wartete, wurde von den Flammen zerstört.

Zum Zeitpunkt der Explosion hatten Dutzende Menschen in der Tankstelle und Läden in der Innenstadt von Accra Zuflucht vor einem Unwetter gesucht, wie Augenzeugen berichteten. Nach dem Unglück lagen verkohlte Leichen über die Gegend verstreut.

Diesel und Benzin weggeflossen

Die Überflutungen hätten zur Folge gehabt, «dass Diesel und Benzin von der Tankstelle wegflossen», sagte Feuerwehrsprecher Billy Anaglate. Der Treibstoff geriet in ein brennendes Haus in der Nähe und explodierte. Mannschaften waren noch Stunden nach dem Unglück dabei, Leichen zu bergen. Vertreter eines nahen Krankenhauses teilten mit, in der dortigen Leichenhalle sei die Kapazität erreicht.

Staatspräsident Mahama besuchte am Donnerstag den Unglücksort. Er nannte die Opferzahl katastrophal und sprach Angehörigen sein Beileid aus. Ausserdem kündigte er Schritte an, um «desaströse Überschwemmungen» künftig zu verhindern. Die Regierung werde umgerechnet 10,6 Millionen Euro für Hilfen und Reparaturen bereitstellen.

Verkohlte Körper in TrümmernDie Explosion ereignete sich nahe dem Kwame Nkrumah Circle in der Innenstadt von Accra. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Leichen, die auf der Ladefläche eines Kleinlastwagens gestapelt wurden und verkohlte Körper, die in den Trümmern lagen.

Gebäude neben der Tankstelle, die in Brand geraten waren, brannten bis in die Nacht hinein. Hochwasser in der Gegend erschwerte die Bergungsarbeiten. Die Polizei rief die Öffentlichkeit auf, sich vom Ort der Explosion fernzuhalten.

In Accra liessen Autofahrer, die in den Überschwemmungen gefangen waren, ihre Fahrzeuge in der Strasse zurück. Das Bildungsministerium ordnete an, dass Kinder, die am Donnerstagmorgen nicht schon in der Schule waren, zu Hause bleiben sollten.

(kko/sda)

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