Aktualisiert 16.10.2018 17:30

Trin GRSchutzhunde treiben Jungwölfe in den Tod

In Graubünden hat sich wohl ein zweites Wolfsrudel gebildet. Mehrere Jungtiere wurden offenbar durch Herdenschutzhunde in den Tod getrieben.

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sav/sda
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Das Wolfsrudel am Calanda hat sich schon mindestens sieben Mal fortgepflanzt. Dies sind Bilder von den Wolfswelpen.

Das Wolfsrudel am Calanda hat sich schon mindestens sieben Mal fortgepflanzt. Dies sind Bilder von den Wolfswelpen.

Amt Für Jagd und Fischerei Grau
Nun könnte sich ein zweites Rudel in der Nähe von Flims gebildet haben. Von der Gruppe Wolf Schweiz zusammengetragene Indizien weisen auf die Existenz dieses Rudels hin.

Nun könnte sich ein zweites Rudel in der Nähe von Flims gebildet haben. Von der Gruppe Wolf Schweiz zusammengetragene Indizien weisen auf die Existenz dieses Rudels hin.

Amt für Jagd und Fischerei Graubünden
Bereits vergangenen Sommer gab es Hinweise auf ein neues Wolfspaar am Ringelspitz. Die Leittiere des neuen Rudels sind ...

Bereits vergangenen Sommer gab es Hinweise auf ein neues Wolfspaar am Ringelspitz. Die Leittiere des neuen Rudels sind ...

Keystone

Die Gruppe Wolf Schweiz geht davon aus, dass sich am Ringelspitz oberhalb von Trin GR ein neues Wolfsrudel gebildet hat. Wie die «Südostschweiz» berichtet, stammt das zweijährige Weibchen F33 aus dem Calanda-Rudel, während der Rüde M56 vermutlich aus Italien oder Frankreich zugewandert ist. Bereits im Sommer 2017 gab es Hinweise auf ein neues Wolfspaar am Ringelspitz.

Auf Bildern aus Fotofallen erkannte die Gruppe Wolf Schweiz dieses Jahr zwei erwachsene Wölfe im Gebiet und erhielt zusätzlich ein Foto von einem Hirten, au dem die Wölfin trächtig zu sein schien. Nachdem in der Region Nutztiere gerissen wurden, hat sich der Verdacht bestätigt, das sie Nachwuchs geboren hatte.

Letztlich bestätigen gemäss der Gruppe mehrere abgestürzte Jungwölfe, dass es sich um ein neues Rudel handelt, da sich die Calanda-Wölfe weiter östlich fortpflanzen. «Es ist somit quasi eine ganze Indizienkette, die zu unserer Einschätzung führt», sagt David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz. «Selbstverständlich bleibt eine gewisse Restunsicherheit».

Drei Jungtiere abgestürzt

Zwei tote Jungwölfe waren in den letzten vier Wochen oberhalb der Alp Culm da Sterls GR gefunden worden. Sie waren wohl abgestürzt. Am Dienstag wurde ein dritter toter Jungwolf gefunden. Das Tier sei an praktisch gleicher Stelle bei der Alp am Piz Mirutta abgestürzt, wie die beiden anderen zuvor, teilte am der Vorsteher des Bündner Amtes für Jagd und Fischerei, Adrian Arquint, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Die Abklärungen des kantonalen Jagdamtes Graubünden ergaben, dass die Wölfe vermutlich wegen Herdenschutzhunden umgekommen sind. Beide Tiere befanden sich auf einem Felsband und wurden von den Schutzhunden verbellt, was allem Anschein nach zum Sturz führte.

Die Wildhut schickte die Kadaver zur Untersuchung ans pathologische Institut der Universität Bern. Eine Gen-Analyse soll aufzeigen, ob die toten Jungwölfe zum Calanda-Rudel gehören oder ob sie die Nachkommen des zweiten Wolfspaars sind. Die Resultate sollten in etwa zwei Wochen vorliegen.

Neue Leittiere für Calanda-Wölfe?

«Die Leittiere des Calanda-Rudels nähern sich dem biologischen Lebensende», erläutert David Gerke seine Einschätzung. Die jetzigen Alpha-Wölfe sind mindestens acht Jahre alt, Calanda-Wölfin F7 hat im Sommer zum siebten Mal geworfen.

Laut Gerke dürfte es bald zu einer Ablösung kommen. Da das Streifgebiet der Ringelspitz-Wölfe an das Revier der Calanda-Wölfe grenzt, ist noch unklar, ob das neue Wolfsrudel das Revier übernimmt oder ob Calanda-Jungtiere das Rudel weiterführen.

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