01.07.2020 08:58

Corona-Taskforce widerspricht Bundesrat

Schutzmasken schützen auch den Träger

Lange war es umstritten, wie effektiv Masken vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen können. Verschiedene Studien besagen nun, dass es die effizienteste Methode im öffentlichen Raum ist die Pandemie einzudämmen.

von
Bianca Lüthy

Zu Beginn der Corona-Pandemie betonte der Bundesrat mehrfach, dass Masken nur schützen, wenn man selbst krank ist und die Ansteckung nicht weitergeben will. Um einen selbst vor Ansteckungen zu schützen, sei eine Maske nicht ausreichend.

Monate später und mit besseren Erkenntnissen über die Pandemie, gibt es mehrere Studien die die ursprüngliche Empfehlung des Bundesrats widerlegen. Auch die Science Taskforce des Bundes schreibt in einem am Montag veröffentlichten Bericht, wie es laut «Tages-Anzeiger» heisst, dass das Tragen einer Maske die Übertragungsrate im öffentlichen Raum bis zu 80 Prozent senken könne.

Maske schützt Träger und Umgebung

Die Corona-Taskforce stellt im Bericht mehrere Massnahmen vor, wie am besten auf ansteigende Fallzahlen reagiert werden soll. Besonders der öffentliche Verkehr stelle ein Risiko für eine Ansteckung dar und generell alle Orte, wo man nicht ausreichend Abstand halten kann. Die Taskforce bezieht sich im Bericht auf eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wo verschiedene Studien mit mehr als 25’000 Teilnehmern ausgewertet wurden. Demnach senke man mit dem Tragen das Risiko, andere anzustecken und werde auch selbst weniger gefährdet. Die Experten schrieben in einem aktuellen Bericht: «Jemand, der eine Maske trägt, senkt nicht nur das Risiko, andere anzustecken, sondern ist auch selbst weniger gefährdet.»

Taskforce empfiehlt Maskenpflicht

Auch in den USA wurde die Wirkung der Schutzmasken untersucht. Da in den Bundesstaaten unterschiedliche Regelungen bezüglich des Tragens von Masken gelten, konnten Forscher Vergleiche ziehen. Laut US-Forschern konnten in den 15 Staaten mit Maskenpflicht in wenigen Wochen 450’000 Neuansteckungen verhindert werden.

Im Bericht der Taskforce heisst es, je später Schutzmassnahmen eingeführt würden, desto schwieriger werde es, die Epidemie zu kontrollieren. Zudem reicht das Tragen einer Maske nicht aus, um eine Ansteckung zu verhindern. Es sei nur in Kombination mit Hygiene- und Abstandsregeln effektiv. Die Taskforce empfiehlt in erster Linie, Informationskampagnen intensiver laufen zu lassen und in zweiter Linie die Maskenpflicht einzuführen. Eine weitere Empfehlung im Bericht der Taskforce ist das Verbieten von Veranstaltungen und vorübergehende Schliessungen.

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Mit dem Tragen einer Schutzmaske könnte die Übertragunsrate im öffentlichen Raum gesenkt werden, Forscher sprechen von einer Verringerung des Risikos von bis zu 80 Prozent.

Mit dem Tragen einer Schutzmaske könnte die Übertragunsrate im öffentlichen Raum gesenkt werden, Forscher sprechen von einer Verringerung des Risikos von bis zu 80 Prozent.

Keystone
Besonders im öffentlichen Raum und überall dort, wo der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, können Masken Schutz bieten.

Besonders im öffentlichen Raum und überall dort, wo der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, können Masken Schutz bieten.

KEYSTONE
Doch das Tragen von Masken alleine schützt nicht ausreichend. Es müsse in Kombination mit Hygiene- und Abstandsregeln geschehen.

Doch das Tragen von Masken alleine schützt nicht ausreichend. Es müsse in Kombination mit Hygiene- und Abstandsregeln geschehen.

KEYSTONE

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278 Kommentare

Rechtfertigung

02.07.2020, 08:24

Jaja, ist schon klar. Ansonsten wäre die Maskenpflicht ja nicht gerechtfertigt.

Sonja

01.07.2020, 12:40

Ich versteh es nicht. Warum geht bei allen unseren Nachbarstaaten das Tragen von Masken ohne zu murren, nur bei uns wird ein Staatsakt daraus gemacht.

brazzer

01.07.2020, 12:00

Für alle die im ÖV auf eine masken verzichten möchten gibt es genug Alternativen, es zwingt euch niemand den ÖV zu nehmen! Kapiert das endlich!. Geht zu Fuss oder mit dem Velo E-Scooter usw.