Aktualisiert 19.08.2009 09:19

Kanton NeuenburgSchwache Schüler sollen in den Sommerferien büffeln

Neuenburg hat hinter den Kantonen Waadt, Aargau und Wallis in der obligatorischen Schule die vierthöchste Repetenten-Quoten der Schweiz. Ein Pilotprojekt mit Stützkursen in den Sommerferien soll für Abhilfe sorgen und damit die Kosten senken.

Wie der Neuenburger Erziehungsdirektor Phlippe Gnaegi am Dienstag vor den Medien erklärte, wiederholen mehr als ein Viertel aller Neuenburger Schülerinnen und Schüler während der obligatorischen Schulzeit ein Schuljahr. Ihre Schulzeit beträgt deshalb de facto zehn Schuljahre.

Dadurch müssten zusätzliche Klassen geführt werden, sagte Gnaegi. Bei durchschnittlichen Kosten von 12'500 Franken pro Schüler und Schuljahr komme dies den Kanton teuer zu stehen.

Demotivierendes Repetieren

Laut Gnaegi sprechen auch pädagogische Überlegungen für den Pilotversuch. Müsse ein Schuljahr wiederholt werden, müssten die Betroffenen auch die Fächer repetieren, in denen ihre Leistung genügend gewesen sei. Dies sei demotivierend und senke das Selbstwertgefühl der Repetenten.

Die Neuenbruger wollen nun die Repetenten-Quote dank Nachhilfeunterricht senken. Auf Sekstufe 1 (12- bis 16-Jährige) wird besonders schwachen Schülerinnen und Schülern während dem gesamten Schuljahr Nachhilfeunterricht angeboten.

Auf Sekstufe 2, nach der obligatorischen Schulzeit, können Schüler während der Sommerferien einen dreiwöchigen Stützkurs in den Fächern belegen, in denen sie ungenügende Leistungen zeigten. Am Ende der Kurse legen sie eine Prüfung ab. Sind sie genügend, müssen sie das Schuljahr nicht wiederholen.

Die Teilnahme an den Kursen ist freiwillig. Teilnehmen darf aber nur, wer nicht mehr als drei ungenügende Noten hatte und wer einen Gesamtdurchschnitt erreichte, der nicht unter 3,5 lag. (sda)

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