Fünf Jungtiere gestorben: Schwänli-Drama auf dem Rhein
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Fünf Jungtiere gestorbenSchwänli-Drama auf dem Rhein

Eine Schwanenfamilie hat ihren Nachwuchs verloren. Fünf Jungvögel starben, als sie bei Schaffhausen über das Wehr geschwemmt wurden.

von
tam
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Beim Kraftwerk in Schaffhausen haben fünf Schwänli vergeblich um ihr Überleben gekämpft.

Beim Kraftwerk in Schaffhausen haben fünf Schwänli vergeblich um ihr Überleben gekämpft.

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Sie wurden durch die Wassermassen über das Wehr des Kraftwerks geschwemmt und starben.

Sie wurden durch die Wassermassen über das Wehr des Kraftwerks geschwemmt und starben.

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Bereits 2018 war es in Schaffhausen zu einer Schwanen-Tragödie gekommen.

Bereits 2018 war es in Schaffhausen zu einer Schwanen-Tragödie gekommen.

Bruno Sternegg

Fünf junge Schw haben bei der Rhybadi in Schaffhausen kürzlich vergeblich ums Überleben gekämpft. Sie versuchten der starken Strömung zu entkommen, doch ihre Kraft reichte nicht. So wurden sie über das Wehr des Wasserkraftwerks geschwemmt. Die fünf Schwänchen starben.

Ihnen zum Verhängnis wurden vermutlich die hohen Wassermassen, wie die «Schaffhauser Nachrichten» schreibt. «Der Wasserpegel ist seit der letzten Woche rapide angestiegen – von 365 auf 582 Kubikmeter pro Sekunde», sagt Marco Nart, Sprecher des Betreibers SH Power. Dass bei diesen Wassermassen Jungvögel am Kraftwerk sterben können, lasse sich nicht zu 100 Prozent vermeiden.

Barriere ist keine Option

Animal Rescue Schaffhausen-Thurgau fordert deshalb eine einfache Barriere beim Kraftwerk. Das ist aber keine Option, wie Nart sagt: «Wir müssen jederzeit in der Lage sein, grosse Wassermassen durch die Schleusen abzulassen – das ist ein Hochwasserschutz und in unserer Konzession so vorgeschrieben.» Wenn ein Zaun davorstehe, in dem sich Schwemmgut verfangen würde, könne das Wasser nicht mehr ungehindert abfliessen.

Man wolle dagegen dort etwas tun, wo es wirklich etwas nütze. Der Rhybadi-Schwanenfamilie etwa versuchte man zu helfen, indem man grossflächig einen Hag um das Schwanennest zog, um die brütenden Wasservögel vor frei laufenden Hunden zu schützen. «Wir hatten Hinweise bekommen, dass immer wieder Hunde nahe ans Nest herangingen.»

Bereits 2018 war es in Schaffhausen zu einer Schwanen-Tragödie gekommen. 15 von 23 Jungvögeln starben vor Erschöpfung. Zahlreiche Gummiboote hatten den Jungtieren den Ausstieg aus dem Rhein versperrt.

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