Luzern: Schwaneneier weg – waren Tierhasser am Werk?
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LuzernSchwaneneier weg – waren Tierhasser am Werk?

Drama am See: Die Eier von zwei Schwanenpaaren sind in Luzern von einem Tag auf den anderen verschwunden. Sicher ist: Junge sind keine geschlüpft.

von
Daniela Gigor

Das Schwanennest bei der Luzerner Seebrücke ist ein Anziehungsmagnet für Passanten. Im Nest befinden sich derzeit zwei Eier. (Video: na)

Tagtäglich hat Nadia Walker auf dem Weg zur Arbeit in Luzern zwei Schwanenpaare beobachtet, die ihre Eier ausbrüten. Das eine Paar hat sein Nest bei der Seebrücke gebaut, das andere beim KKL. Die Schwäne beim KKL kehren jedes Jahr zurück und haben heuer sogar acht Eier gelegt.

Doch jetzt ist Walker beunruhigt: Plötzlich sind sämtliche Eier verschwunden. Das kunstvolle, aus Zweigen gefertigte Nest beim KKL bietet einen traurigen und verlassenen Anblick. Auch bei der Seebrücke sind nur noch zwei Eier vorhanden. Daneben liegen Reste eines zerbrochenen Eis. Immerhin brütet der Schwan die übrig gebliebenen beiden Eier aus.

Nadia Walker: «Ich ärgere mich extrem darüber, dass die Eier weg sind. Ich bin eine Tierfreundin und ich freute mich darauf, dass die Jungschwäne schlüpfen.» Sie geht davon aus, dass die Brut Opfer von Vandalen wurde.

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Am 27. April brütete der Schwan noch über seine acht Eier vor dem KKL, aber ...

Am 27. April brütete der Schwan noch über seine acht Eier vor dem KKL, aber ...

20 Minuten/na
.... am 3. Mai fiel Nadia Walker auf, dass die acht Eier nicht mehr im Nest sind. Sie fragt sich, was mit den Eiern passiert sei?

.... am 3. Mai fiel Nadia Walker auf, dass die acht Eier nicht mehr im Nest sind. Sie fragt sich, was mit den Eiern passiert sei?

Leser-Reporter/Nadia Walker
Ein anderes Nest ist bei der Seebrücke situiert. Es ist ein Anziehungsmagnet für Passanten.

Ein anderes Nest ist bei der Seebrücke situiert. Es ist ein Anziehungsmagnet für Passanten.

20 Minuten/na

Spekulationen über den Grund des Verschwindens

Auch Monika Keller, Projektleiterin Umweltschutz bei der Stadt Luzern, hat beobachtet, dass die Eier beim KKL plötzlich verschwunden sind. Es könne nur spekuliert werden, ob Vandalen, ein Schwanenhasser oder Tiere am Werk waren: «Es kann sein, dass Tiere wie etwa Ratten, Stadtfüchse, Mittelmeermöwen oder Marder die Eier gefressen haben», sagt Keller. Allerdings müsste es ein grösseres Tier gewesen sein, weil keine Frassspuren vorhanden seien. Auch Vandalismus komme in Frage. Fest steht aber: «Geschlüpft sind beim KKL-Nest keine jungen Schwäne.»

Beim brütenden Paar bei der Seebrücke vermutet Keller hingegen eine natürliche Ursache für das Verschwinden von Eiern. Das zerbrochene Ei könne etwa auf eine Unvorsichtigkeit der brütenden Eltern zurückzuführen sein. Auch sei möglich, dass ein räuberisches Tier das Ei gefressen habe.

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