Aktualisiert 23.04.2014 09:21

TierquälereiSchwanenhasser benutzte Blasrohrpfeil

Der leidende Schwan im Luzerner Seebecken hat den Pfeil nach zwei Tagen immer noch im Kopf. Es ist nicht das erste Mal, dass Schwäne zum Ziel von Tierquälern werden.

von
cza
Der 10 Zentimeter lange Blasrohrpfeil steckt noch immer im Kopf des Tieres.

Der 10 Zentimeter lange Blasrohrpfeil steckt noch immer im Kopf des Tieres.

Kein Anbieter/cza

Philipp Wobmann vom Waffengeschäft Zimmermann in Luzern erkennt das Geschoss, das einen Luzerner Schwan im Kopf traf, sofort: «Das ist ein Blasrohrpfeil. Ich vermute, dass der Pfeil etwa aus zehn Metern Distanz abgeschossen wurde.» Das Rohr misst etwa 50 Zentimeter, der Pfeil 10 Zentimeter. Es ist nicht als Waffe definiert und somit für jedermann frei verfügbar. «Normalerweise werden Blasrohre für Firmenanlässe oder Geburtstage gekauft. Man schiesst auf Zielscheiben oder beispielsweise auf Wasserballone. Das ist ein Spielzeug.» Bei Menschen könne der Pfeil keine gravierenden Verletzungen herbeiführen.

Derweil muss der angeschossene Schwan immer noch mit dem Pfeil im Kopf herumschwimmen. Am Wochenende waren Versuche gescheitert, ihn zu fangen, um den Pfeil zu entfernen (20 Minuten berichtet). Der Wasserpolizei war es auch am Dienstag noch nicht möglich, den Schwan einzufangen. Kommt sie mit dem Boot zu nahe an das Tier, fliegt es weg. «Die Wasserpolizei beobachtet in unserem Auftrag das Tier täglich», sagt Philipp Amrein, Fachleiter Fischerei und Jagd des Kantons. Das Tier sei nicht akut gefährdet. Solange der Schwan noch den Kopf unter Wasser tauchen könne, gehe es ihm gut.

Amrein stellt für den Schwan folgende Prognose: «Entweder schafft er es, den Pfeil selber rauszuholen, oder er beginnt zu schwächeln. Dann können wir ihn einfangen und der Vogelwarte übergeben.» Amrein geht davon aus, dass durch den Pfeil allenfalls eine Entzündung entstehen könnte.

Die Attacken auf Schwäne stossen bei Amrein auf Unverständnis: «Solche Vorfälle dürfen einfach nicht passieren. Ich kann das überhaupt nicht verstehen. Das ist vor allem ein Problem des Menschen und nicht des Tieres.»

Schwanennester mutwillig zerstört

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Nicht zum ersten Mal haben es in Luzern Tierhasser auf Schwäne abgesehen. Im Mai 2012 haben Unbekannte am Quai das Nest und zwei Eier zweier Schwäne entfernt, wie 20 Minuten berichtete. Auch am Horwer Seeufer wurde schon ein Schwanennest mutwillig zerstört.

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